Call of Duty - Test
Die Shootergeschichte wird weitergeschrieben
Orientieren sich andere Spiele meist nur an den Einsätzen einzelner Nationen, bietet Call of Duty dem Spieler die Möglichkeit nicht nur auf amerikanischer und englischer Seite zu kämpfen, sondern auch in den Vernichtungsschlachten der Russen für ein baldiges Ende des Krieges einzustehen. Die chronologisch angeordneten Missionen konzentrieren sich leider nur auf die Kriegsschauplätze in Europa, einen Ausflug in die Wüste wäre mit Sicherheit ein gelungene Abwechslung gewesen. Dennoch bieten die Kriegsschauplätze in der Normandie, Russland, Polen, Deutschland und zahlreichen anderen Regionen viele spannende Missionen, die man absolvieren muss.
Abwechslung in Perfektion
So unterschiedlich wie die Nationen, für die man kämpft, sind auch die Aufgaben, die man als Soldat für sein Land absolvieren muss. So startet man als einfacher US-Soldat, der in der Normandie als Fallschirmspringer oder Landungsbootsbesatzung für sein Vaterland kämpft. Weiter geht es im Vernichtungskampf um Stalingrad, der erschreckend real wirkt und den Spieler als russischen Soldaten von der Stadt Stalingrad, über Polen bis ins Berlin des dritten Reiches führen wird. Der Einsatz als britischer Soldat in der SAS-Einsatztruppe ist besonders spannend, da man als Angehöriger dieser Gemeinschaft dafür zuständig ist, dass Sabotageakte auf wichtige Versorgungsstationen und Bauwerke erfolgreich durchgeführt werden können. So rückt zum Beispiel die Edertalsperre in den Fokus der Sondereinsatztruppe oder einige Geschütze der Wehrmacht. Das die Entwickler bereits Medal of Honor entwickelt haben, wird deutlich bemerkbar, da wieder einmal Verfolgungsjagden mit Geländewagen und LKWs eingebaut wurden, die bereits in dem Erstlingswerk der Entwickler auftauchten. Leider kann man hier nur als Beifahrer und Bordschütze tätig werden und kann wie bei Medal of Honor nur ein einziges Mal die Rolle eines Panzerfahrers übernehmen, der Häuser in Schutt und Asche legen kann. Interessant könnte für viele sein, dass man zahlreiche stationäre Geschütze bedienen kann. So kann man den Feinden mit MGs entgegenwirken und auch einige Stukas mit einem Flugabwehrgeschütz vom Himmel holen. Wer eher ruhigere Missionen bevorzugt kommt bei Call of Duty auch nicht zu kurz, denn neben den Sabotageeinsätzen, die höchste Konzentration erfordern, müssen im Spiel auch einige Scharfschützenmissionen gemeistert werden. Traurig ist, dass Call of Duty trotz dieser immens großen Abwechslung in den Missionen nur einen kurzen Einzelspielerspaß bietet. In weniger als zehn Stunden kann man das Spiel auch als Gelegenheitsspieler durchspielen.
Kein Vergleich zu anderen Spielen
Durch diese Mischung aus Nationen und Einsatzgebieten bieten die Missionen von Call of Duty eine Abwechslung, die man sich schon früher bei ähnlich Produkten wie Medal of Honor oder Battlefield 1942 gewünscht hätte. Zwar konnte bereits Medal of Honor dem Spieler bei der Landung in der Normandie Schweißperlen auf die Stirn treiben, jedoch schafft es Call of Duty diese Spannung noch zu steigern und den Spieler noch stärker in das Spiel eintauchen zu lassen. Aber nicht alleine diese Mischung ist der Schlüssel des Erfolges, denn unter Handlungsdruck und Stress gerät man erst dadurch, dass man nicht alleine durch die Kriegsschauplätze zieht, sondern immer auf Kameraden achten und die Befehle des Vorgesetzten befolgen muss. Zwar beißen die Kameraden oft im Dutzend ins Gras, dennoch sind es keine Pappkameraden, da man in einigen Missionen erkennen wird, dass man nur durch die Unterstützung der Gruppe weiter kommt. Damit man sich bei diesen ganzen Dingen, auf die man sich konzentrieren muss, nicht ganz verläuft, wird bei jeder Mission das jeweilige Missionsziel per Stern auf einem Kompass angezeigt und auch der Einsatzbefehl ist jeder Zeit abrufbereit.
/> Defizit: Missions-Briefing
Während man in der Mission selber nur wenig negatives finden kann, hat Call of Duty wie die Vorgänger beim Missions-Briefing ein großes Defizit, denn die Spieler erwarten mehr als nur fade Texte und einige Bilder von einem Top-Produkt. Man hätte sich überlegen sollen, ob man nicht einige Wochen längere Produktionszeit investiert, um die Missionen durch Videos anzukündigen. Besonders bei den Sprüngen zwischen den verschiedenen Kriegsschauplätzen kann man schnell die Übersicht verlieren, wenn man eben noch in Frankreich war und sich einige Szenen später bereits im eisigen Stalingrad wiederfindet. Ein Video zum Abschluss jedes Schauplatzes wäre angemessen gewesen, um den Spieler auf einen Standortwechsel vorzubereiten.
Waffengattungen aller Art
Die Macher von Call of Duty haben Wert darauf gelegt, dass das Spiel ein reichhaltiges Angebot an Waffen bietet und so hat der Spieler immer wieder ein neues Gewehr oder eine neue Pistole in der Hand, um mit dem Gegner fertig zu werden. Dabei reicht das Angebot von den üblichen Pistolen bis hin zu Gewehren und Maschinengewehren wie der Thompson, KAR oder der M1 Garand, die dem Feind das Fürchten lehren sollen. Natürlich muss man auch mit Fahrzeugen des Gegners fertig werden und so hat man in einigen Missionen auch eine Panzerfaust zur Verfügung, die Panzer und andere Kettenfahrzeuge schnell in Einzelteile zerlegen kann. Nicht nur bei der Ausstattung, die der Spieler tragen kann, sondern auch bei dem Schussverhalten der einzelnen Waffengattungen hat man Wert auf Realität gelegt. So kann man mit einer Pistole, diversen Granaten und zwei Gewehren genügend Kriegsspielzeug mit sich führen. Auf dem Schlachtfeld kann man sich immer wieder mit neuer Munition und Waffen von den eigenen Kameraden oder den Feinden versorgen und findet auch Medi-Packs und Granaten.
Exzellente Sounduntermalung
Nicht ohne Grund liegt der Limited Edition von Call of Duty eine Soundtrack CD bei, denn die Soundeffekte im Spiel sind atemberaubend. Kaum ein anderes Spiel konnte bis jetzt so gute Effekte an den Tag bringen wie dieses Spiel. Ob das donnernde Flak-Geschütz, Tiefflieger, Gewehr-Salven, Explosionen oder die passenden Musik mit Füllfunktion während den Missionen sind, die Mischung sorgt für eine fast einzigartige Soundkulisse.
Bei der Grafik setzten die Entwickler auf die beliebte Quake-III Engine und motzten diese ordentlich auf, um eine ansehnliche Grafik zu erzeugen. Zwar setzt diese keine neuen Maßstäbe, dennoch kann der Titel auf jeden Fall mit anderen Weltkriegs-Shootern auf dem Markt mithalten und den ein oder anderen sogar weit abhängen.
Neben dem schon als kurz betitelten Einzelspielermodus gibt es glücklicher Weise auch einen sehr gelungenen Mehrspielermodus, der den Spieler für weitere Wochen fesseln kann. Im Gegensatz zum Einzelspielermodus kann man hier in die Rolle der Achsenmächte oder der Alliierten schlüpfen und in fünf verschiedenen Modi in die Schlacht ziehen. Dabei sind die alt bekannten wie Deathmatch und Team-Deathmatch die unspektakulärsten, denn die meisten werden von den unschön betitelten Modi wie Bergung, Hinter feindlichen Linien sowie Suchen und Zerstören stärker begeistert sein. In Bergung muss man nichts anderes tun, als den Gegnern ein Objekt zu stehlen und dieses in das eigene Lager bringen. Dabei hat die eine Seite die Aufgabe der Verteidigung und die andere muss das Objekt stehlen. Hinter dem Modus Hinter feindlichen Linien versteckt sich eine Art erweiterte Deathmatch-Variante, denn hier muss das Team versuchen so lange wie möglich zu überleben und dabei so viele Gegner wie möglich zu erledigen. Dabei gibt es pro Gegner einen Zeitbonus und Punkte, die am Ende auf der Highscore gegengerechnet werden.
Der Modus Suchen und Zerstören ist so einfach erklärt wie der Titel selbst, denn man muss als Team nur versuchen, ein Objekt zu suchen und dann zu zerstören. Diese zahlreichen Modi könnten Call of Duty zu einem erfolgreichen Spiel im E-Sport Bereich machen, denn eine Indizierung des Titels ist nicht mehr zu befürchten.
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