Call of Duty: Modern Warfare 2 - Special
Kalter Krieg mal anders
Step by Step tänzeln wir uns also den Vorsprung entlang, ehe wir unsere Eispickel in den Berg wuchten, um uns nach oben zu hieven. Kaum einen sicheren Vorsprung erklommen, wünscht uns unser Kollege viel Glück, sprintet los und springt ins Nichts. Wir können noch erkennen, dass er sich an einem anderen Stück des Berges festsetzen konnte, ehe auch wir an der Reihe sind. Der angepeilte Vorsprung scheint schier unerreichbar und schnell merken wir, dass uns nur noch die Pickel retten können. Panisch packen wir sie also aus und kratzen den eisigen Vorsprung entlang. Eine Hand rutscht ab und schickt erste Eisbrocken in die Tiefe. Die andere Hand dient als seidener Faden, der uns noch am Leben hält. Kraftlos in der kalten Landschaft hängend scheinen wir dem sicheren Tod ausgesetzt, ehe uns der andere Soldat im letzten Moment festhalten und retten kann.
Infinity Ward schafft es, innerhalb von fünf Minuten Atmosphäre aufzubauen, die andere Spiele über ihre Gesamtdauer nie erreichen. Nicht umsonst prangen Aufkleber am Präsentationsstand, die Modern Warfare 2 als bestes Spiel der E3 zur Wahl nominieren. Und das ist bei einer Konkurrenz voller Kratos-Typen, Assassinen und weiteren Spezies wirklich nicht leicht. Es ist die fesselnde Inszenierung, die dieses Spiel zu einem tollen Erlebnis macht. Man ist Teil des Spiels, hat seine Rolle.
Während andere Shooter den Spieler ins Heldenkostüm drängen, müssen wir in der Mission Cliffhanger auf Kommandos warten und sie befolgen. So auch, als wir uns zwei feindlichen Wachen nähern, die wir kurz zuvor durch den ins Maschinengewehr integrierten Herzfrequenz-Messer entdeckt haben. Auf Befehl setzen wir die linke Person außer Gefecht, während unser Mitstreiter Kugeln auf den rechten Gesellen feuert. Wache für Wache schalten wir aus, bis wir uns in einer Basis befinden. Eine Patrouille kommt uns in die Quere als wir unsere Mission fortsetzen wollen, aber wir verstecken uns schnell hinter ein paar Kisten. Eine kurze Verschnaufpause, dann geht es weiter.
Als wir eine wichtige Datei eines Rechners kopieren, wird unser Komplize erwischt. Umzingelt von rund 15 Feinden ist die Aussicht auf Erfolg auch nicht gerade hoch. Zum Glück haben wir in der Tankstation der Basis zuvor eine Bombe platziert, die wir kurzerhand hochgehen lassen, um das Überraschungsmoment zu nutzen. Blitzschnell wird aus den letzten schleichenden Minuten ein tosender Kampf ums Überleben. Wir suchen natürlich schnellstmöglich das Weite und springen einen schneebedeckten Hang hinunter. Der Feind kommt schnell mit Schneemobilen hinterher und uns bleibt nichts übrig, als uns dem Schusswechsel zu stellen. Mitten im Gefecht schießen wir einen Verfolger vom Gefährt und versuchen kurzerhand mit selbigem zu fliehen. Eine irre Verfolgungsjagd schließt sich an und wir müssen uns, begleitet von Explosionen und Schüssen, durch einen Wald kämpfen. Wenige Sekunden später finden wir uns auf einem gefrorenen See wieder, während über uns erstmals sogar ein Helikopter kreist. Die Wegfindung ist absolut intuitiv: Einfach nur weg hier. Doch plötzlich wird es steil, sehr steil. Wir nehmen deutlich Fahrt auf und preschen den Berg hinunter. Unsere Freude über den nachlassenden Verfolgungsdrang der Widersacher wird schnell von einer klaffenden Schlucht getrübt, die uns in wenigen Hundert Metern zum Verhängnis werden könnte. Doch auch hier gibt es keinen Plan B. Wir drehen also den Gashahn bis zum Anschlag durch und fliegen durch die Luft. Im Gegensatz zu unserem ersten Sprung am Anfang der Mission landen wir diesmal glücklicherweise sicher auf der anderen Seite der Schlucht. Den Abgrund überwunden wartet auch schon das lang ersehnte Rettungskommando, das uns vorerst in Sicherheit bringt.
Wir konnten leider noch nicht selbst spielen und nur eine erste Mission bestaunen. Doch wer den Vorgänger kennt und diese Mission live erlebt hat, ist sich sicher, dass auch der zweite Modern Warfare-Teil für Furore sorgen wird. Wir blicken schon jetzt optimistisch auf die GamesCom, bei der wir hoffentlich selbst zum Gewehr greifen dürfen und markieren uns den 10. November rot im Kalender, denn dann will Activision die Erfolgsgeschichte des ersten Teils wiederholen.
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