Bulletstorm - Test
Humor trifft Shooter - kritisch
Wer seriösen Anspruch an das Spiel gestellt hat, muss in einem Bunker leben und Spiele ausschließlich nach Cover kaufen – angesichts dieser Marketingkampagne im Vorfeld. Die lustigste Werbespotserie seit langem ging Bulletstorm voraus. Lustiger als die von Civilization V und Tony Hawk: Ride zusammen. Eine Parodie eines Halo-Videos zog einen Weihnachtsgruß mit einem etwas ungewöhnlich geschmückten Weihnachtsbaum nach sich. Dann noch der Epics Chef Michael Capps unter der Dusche und das großartige Duty Calls zum Schluss. Einfach saukomisch. Genau wie der Inhalt des Spiels selbst.
Wenn diese zwei Typen im Fahrstuhl stehen, die Aussicht genießen und der eine dem anderen heftiges Kuscheln für echte Heterokerle anbietet, bin ich der erste, der laut lacht. Selbst beim Dauerbrennerthema Hintern ertappe ich mich schmunzelnd und ein bisschen beschämt, Niveaulosigkeit so zu feiern. „Es interessiert mich nicht, für welche Art Misshandlung dein Arsch gemacht ist“ flundert aus der Kollerschnauze und unterstützt den beherrschenden Jargon fabelhaft.
Im Trommelfeuer absoluter Lachhaftigkeit schleichen aber auch Gespräche, die dem Plot dienen und den Kern nicht zu einem zusammengeklebten Witzfestival aufweichen. Eine zusammenhängende Geschichte aus Rache und Intrigen, bis hin zu einem Charakter, der sich aufgrund früherer Entscheidungen in die Sauferei flüchtet, kristallisiert sich aus diesem oberflächlich erscheinenden Werk. Vielleicht eine Spur zu ernst für einen solchen Fun-Shooter, obwohl gerade diese Eigenart für eine tiefere Metaebene einsteht.
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