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Plattformen:
PC, XBox 360
Release:
PC: 16. November 2007
Playstation 3: Dezember 2007
XBox 360: 16. November 2007
Status:
keine Angabe
Publisher:
keine Angabe
Entwickler:
Midway
Genre:
Shooter
USK:
keine Angabe
Offizielle Seite:
blacksitegame.com
Fanseite:
keine Angabe
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Alexander Glup | 08.12.2007, 16:10 Uhr

BlackSite - Test
Straßenk(r)ampf

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Iraker, Mutanten und Außerirdische haben auf den ersten Blick nicht sonderlich viel gemeinsam? Denkste, denn in Blacksite laufen euch alle vor die Flinte.
Ein Spezialtrupp macht sich im Irak auf die Suche nach Massenvernichtungswaffen - auf den ersten Blick scheint Blacksite nichts Besonderes zu sein. Die Leier mit den Massenvernichtungswaffen ist altbekannt und wurde bereits von hochrangigen amerikanischen Politikern als Kriegsgrund im Land des Öls vorgeschoben. Aber als ehrenvolles amerikanisches Mitglied der Armee hört man natürlich auf seinen Oberbefehlshaber und massakriert Einheiten der republikanischen Garde - nur um am Ende festzustellen, dass man auch nach intensiver Suche keinerlei gefährliches Material dieser Art findet? Stattdessen schwebt am Ende des ersten Spielabschnitts ein außerirdisches Artefakt im Raum, das schön anzusehen, aber anscheinend ziemlich unbrauchbar ist. Zum Glück hat man nicht sonderlich viel Zeit, über Sinn oder Unsinn nachzudenken, denn die Gegnerart wechselt von recht harmlosen irakischen Elitesoldaten zu blutrünstigen Killermutanten oder - so klar ist es nicht - Aliens, die euch ans Leder wollen.

Die Außenareale sind schön. Sobald ihr aber keinen direkten Himmer mehr über den Kopf habt, wird es langweilig.

Nach dem Ausflug in den staubigen Irak wechselt das Szenario zur sandigen Wüste von Nevada. Zum Zocken seid ihr aber nicht hergekommen, denn in der Nähe einer geheimen Forschungseinrichtung geht wie üblich einiges schief. Als einfacher Soldat werdet ihr natürlich im Dunkeln darüber gelassen und irgendwelche Aufständischen, die extrem gut bewaffnete Rebellen sein sollen, machen dem Volk das Leben schwer - wer das glaubt, ist selbst Schuld. Schnell wird klar: Irgendetwas wurde aus dem Irak mitgebracht und die Welt steht am Rande einer Katastrophe. Wie ihr seht, ist die Story weder neu noch sonderlich innovativ - dafür wird sie recht spannend erzählt.

Zu Fuß erkundet ihr die Wüste, streift durch dunkle Gassen oder schleicht durch finstere Gebäudekomplexe. Um den regelmäßig erscheinenden Gegnermassen Herr zu werden, haben euch die Entwickler eine Reihe von Krawallmachern spendiert. Mithilfe verschiedener Schnellfeuergewehre, Pistolen oder Granaten könnt ihr so ziemlich jeden Mutanten in das Reagenzglas zurückschicken, aus dem er stammt.
Damit der fleißige Soldat des Abends keine Blasen an den Füßen bekommt, schwingt ihr euch regelmäßig hinters Steuer eines Humvees. Mit dem darauf montierten schwerkalibrigen Geschütz werden briefmarkengroße Löcher in das feindliche Gesindel gestanzt. Natürlich kann besagtes Fahrzeug auch als Mähdrescher fungieren, indem es einfach als Rammbock benutzt wird - frei nach dem Motto "der Weichere gibt nach". In kleinen Abschnitten des Spiels schwingt ihr euch hinter das MG eines Helikopters und dürft aus der erhöhten Perspektive ganze Mutantenhorden niederschießen.

Dass derart schweres Geschütz erforderlich ist, lässt euch Blacksite auch regelmäßig spüren. Waren gerade noch Gebäude oder Straßenzug menschen- bzw. mutantenleer, tauchen im nächsten Moment aus Häusereingängen oder Büschen die Feinde auf, die keine Sekunde zögern, euch aufs Korn zu nehmen. Die Gegnerarten reichen von humanoiden Wesen mit weltlichen Waffen, bis hin zu turmhohen tentakelbewährten Würmern, die Marines, Hubschrauber oder Humvees als Vorspeise konsumieren.

Damit der Kampf gegen die übernatürlichen Bedrohungen nicht zu aussichtslos wird, begleiten euch in der Regel zwei tapfere Mitstreiter. Den Beiden könnt ihr einfache Befehle erteilen - etwa "Stellung halten", "Greift dies an", "Folgt mir" oder "Bewegt euch dorthin". Manchmal leuchten über Objekten grüne Symbole, die auf besondere Aktionen der KI-Kameraden hinweisen - zum Beispiel "Tür eintreten" ein oder "Sprengladung anbringen". Auf eine ausgefeilte Intelligenz solltet ihr euch nicht ausschließlich verlassen, denn an der nötigen Cleverness mangelt es den Kerlen. Manchmal stehen sie im Weg, ein anderes Mal laufen sie blind in ihr Verderben. Zwar stehen Sie nach kurzer Verweildauer auf dem schmutzigen Boden wieder auf, aber meist wurde eure Stellung dann bereits von den zahlenmäßig immer überlegenden Feinden überrannt. Etwas besser agieren hier die zweibeinigen Bösewichter, die bei Beschuss in Deckung gehen und mit traumwandlerischer Sicherheit wissen, wann ihr auf sie zielt.

Das Moralsystem bestimmt über Mut und Feigheit der begleitenden Marines. Geht einer von ihnen zu Boden oder kassiert ihr selbst einige starke Treffer, sinkt die Motivation der Kollegen und sie bekommen es mit der Angst zu tun. Das heißt zwar nicht, dass nun die Arbeit eingestellt, sondern vielmehr, dass die Trefferchancen sinken und dadurch weniger Schaden ausgeteilt wird. Soweit die Theorie, in der Praxis werdet ihr kaum eine Änderung verspüren, da ihr aufgrund der Dummheit der eigenen Männer meist ohnehin auf euch allein gestellt seid.

Achtung vor dieser Mutantenlady, ballert man ihr den unteren Teil ab, kriecht sie auf euch zu und sprengt sich in die Luft.

Freies Speichern gewinnt auch auf der Konsole immer mehr an Bedeutung, manche Entwickler halten aber anscheinend lieber an der Vergangenheit fest. Die unbeliebten Checkpoints dürften wohl so manchen von euch zur Verzweiflung treiben, da einige Abschnitte aufgrund der Gegnermassen arg schwer sind. Vor allem unfair gescriptete Sequenzen lassen den Pixeltod unvorhergesehen nach größeren Scharmützeln eintreten - es ist einfach herrlich, wenn böse Buben mit Raketenwerfern von Dächern feuern und sich danach ein Deja Vu-Erlebnis einstellt.

Enorme Performanceprobleme machen sowohl dem PC als auch der Xbox 360 zu schaffen - es ruckelt und zuckelt an vielen Ecken und Kanten. Dabei fragt man sich bei manchen Abschnitten: "Warum denn nur?" Es ist doch überhaupt nichts Spektakuläres auf dem Bildschirm zu erkennen? Dies sind wahrscheinlich Fragen, die nur von den Entwicklern beantwortet werden können. Ein grafisches Meisterwerk ist Blacksite - trotz Unreal 3-Engine - wahrlich nicht. Zwar gibt es immer wieder kleinere Aha-Momente, die halten sich aber in einem überschaubaren Rahmen. Viel zu oft werdet ihr mit langweiligen und überdunkelten Gangsystemen gelangweilt. Dafür heben sich die Animationen und das Charakterdesign positiv vom Rest des Spiels ab.

Der Mehrspielermodus ist kaum einer Erwähnung wert und kann durchaus als lächerlich bezeichnet werden. Bis zu zehn Spieler kloppen sich auf wenigen Maps durch eine Hand voll Spielmodi. Der Kooperationsmodus hätte sicherlich noch eine frische Brise ins Spiel gebracht, dieser wurde aus unerfindlichen Gründen aber gestrichen.

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