Blacklight: Tango Down - Test
Große Shooter-Kost für kleines Geld?
Widmen wir uns zunächst der Kampagne, die kaum unspektakulärer hätte ausfallen können. Die angeblich so spannende Handlung um eine abtrünnige Republik der Sowjetunion, die Terroristen inklusive eines tödlichen Supervirus hervorbringt, dürfte wohl niemanden hinterm Ofen hervorlocken. Zumal ihr während der Feuergefechte ohnehin nur wenig von den Kämpfen der namensgebenden Spezialeinheit Blacklight mitbekommt. Es gibt kein Intro, keine Zwischensequenzen, einfach nichts, was euch irgendwie Aufschluss über die Geschehnisse des Titels geben könnte. Sicherlich, es besteht die Möglichkeit, sich ein paar Informationen aus den Hilfsdateien des Titels zu besorgen und sich selbst einen Reim zu machen. Im Sinne des Erfinders dürfte diese Art des Storytellings aber wohl nicht sein. Und ich bin ehrlich: Wären seinerzeit keine Pressemitteilungen zu Blacklight in mein Postfach geflattert, ich würde wohl bis heute nicht wissen, worum es hier eigentlich geht.
Das nächste Problem: Auch wenn der Begriff Kampagne zunächst etwas anderes vermuten lässt, bleiben Solisten hier gänzlich auf der Strecke. Die Kampagne beläuft sich auf vier unspektakuläre Coop-Missionen, die irgendwie wie eine Mischung aus Modern Warfare und Left 4 Dead anmuten – nur leider deutlich schlechter. Die vier Missionen spulen spielerisch ein relativ trockenes Programm ab und konzentrieren sich auf das, was wir seit Jahren aus dem Genre kennen. Tore und Maschinen aktivieren, gegnerische Geschützstellungen ausräuchern oder sich durch streng lineare Areale ballern. Kurzzeitig macht das Ganze durchaus Spaß, ehe man bemerkt, dass die fehlende Kreativität nicht die einzige Macke ist, mit der Blacklight zu kämpfen hat. Liebe Entwickler, was versteht ihr beispielsweise unter dem Begriff künstliche Intelligenz? Dutzende von Klon-Schergen, die sich ohne Sinn und Verstand auf mich stürzen und dabei keinerlei Anstalten machen, in Deckung zu gehen, mich zu flankieren oder individuelle Taktiken an den Tag zu legen? Also zeitgemäß ist sicherlich etwas Anderes und so verkommt die Coop-Kampagne schnell zum losen Beiwerk, dem ihr auf kurz oder lang keine Beachtung mehr schenken werdet. Ihr hetzt von Checkpoint zu Checkpoint, räumt eine hohle Gegnerwelle nach der anderen aus dem Weg und wartet händeringend auf spielerische Höhepunkte. Bedauerlicherweise wartet man vergebens. Zumal man aus unerklärlichen Gründen auf eine Coop-Matchmaking-Funktion verzichtete und die Suche nach passenden Mitspielern so unnötig erschwert. Immerhin warten hier Erfahrungspunkte, die nahtlos in den Online-Multiplayer übertragen und dort in verschiedene Gimmicks investiert werden können.
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Sp1ke09
29.07.2010, 14:57 Uhr
Bin immer noch am überlegen mir es zu hohle