Bioshock - Test
Klaustrophobisch, feucht und abwechslungsreich
Da er ohnehin vollkommen orientierungslos über die Insel irren oder aber ohne Aussicht auf Rettung auf dieser versauern würde, entschließt sich Jack dazu, die Taucherglocke zu betreten, die ihn in die Tiefen des Atlantiks führt. Was sich ihm dort offenbart, dürfte sich Jack wohl nicht einmal in seinen kühnsten Träumen erwartet haben. Mit Rapture wartet eine riesige Metropole, die auf dem Meeresboden geschaffen wurde und ihre Bewohner von der Zivilisation über dem Meeresspiegel abschotten soll. Andrew Ryan, der Schöpfer von Rapture, beschreibt die Unterwassermetropole als einen Ort, an dem alle Nachteile der modernen Zivilisation quasi nicht vorhanden sind. Weder um den Krieg noch um den Kapitalismus oder die Unterdrückung muss man sich laut Ryan Sorgen machen. Eine ruhige Stadt unter Wasser, eine schöne Aussicht auf das Meer und seine Bewohner sowie ein sorgenfreies Leben? "Klingt doch auf den ersten Blick recht verführerisch", mag man sich denken. Allerdings wird Jack bereits wenige Minuten nach seiner Ankunft in Rapture von der Realität eingeholt und muss erschrocken feststellen, dass in der Stadt so einiges gehörig schiefläuft. Vollkommen hilflos und handlungsunfähig muss er durch das Bullauge der Taucherglocke mit ansehen, wie ein Mensch von einer entstellten Kreatur, die nur noch entfernt an ein menschliches Wesen erinnert, getötet wird. Mit diesem Mord endet auch das Intro von BioShock, und ihr dürft erstmals ins Geschehen eingreifen. Glücklicherweise wird euch zu Beginn des Abenteuers ein Funkgerät zur Seite gestellt, mit dem ihr Kontakt zum Protagonisten Atlas aufnehmt, der euch bei den ersten Schritten mit Rat und Tat zur Seite steht.
Spätestens nach dem grausamen Schauspiel, das sich soeben offenbart hat, dürfte deutlich geworden sein, dass man sich in Rapture definitiv nicht unbewaffnet herumtreiben sollte, wenn einem das eigene Leben lieb ist. Da zunächst nichts Besseres in Sicht ist, schnappt man sich kurzerhand eine Rohrzange und betritt die mysteriöse Unterwasserstadt. Spielerisch fühlt sich BioShock in seinen Anfängen wie ein klassischer Vertreter des Genres an. Aus der First-Person-Sicht steuert ihr Jack durch die verschiedenen Gebiete von Rapture und räumt mit der Rohrzange die ersten Kontrahenten aus dem Weg. Relativ schnell wird jedoch deutlich, was es mit den entstellten Kreaturen auf sich hat, die sich Jack in regelmäßigen Abständen in den Weg stellen. Zwar sind den Bewohnern von Rapture die Probleme der modernen Zivilisation in der Tat fremd, dies soll jedoch nicht bedeuten, dass nicht auch sie Schlimmes erleben mussten. Unter dem Meeresspiegel führte man nämlich skrupellose Experimente an den Menschen und ihren Genen durch, wodurch es den Forschern gelang, besondere Talente zu Tage zu fördern und den Bewohnern so den Gebrauch übermenschlicher Fertigkeiten zu ermöglichen. Doch wo es Gewinner gibt, da warten auf der anderen Seite natürlich auch Verlierer. Und so blieb die Menschlichkeit in Rapture vollkommen auf der Strecke, was sich unter anderem an den Angriffen der verschiedenen Kreaturen bemerkbar macht. Die Gentechnik und die unterschwellige Kritik an skrupellosen Forschern umrandet die interessante Handlung von BioShock und bereichert diese durch einige sozialkritische Elemente, die nicht selten zum Nachdenken anregen. Mit zunehmender Spieldauer taucht man immer tiefer in die Geschehnisse rund um das Schicksal von Rapture ein und lüftet nach und nach den Schleier, der über den grausamen Geheimnissen der Stadt liegt.
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