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Plattformen:
PC, XBox 360
Release:
PC: 24. August 2007
Playstation 3: 17. Oktober 2008
XBox 360: 24. August 2007
Status:
Released
Publisher:
2K Games
Entwickler:
Irrational Games
Genre:
Shooter
USK:
keine Angabe
Offizielle Seite:
2kgames.com
Fanseite:
keine Angabe
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Sebastian Thor | 05.09.2007, 12:03 Uhr

Bioshock - Test
Der beste Tauchgang der Videospiel-Geschichte

1 3 4 Wertung

Bioshock entwickelte sich in den letzten Monaten zu einem wahren Hype. Spätestens die ersten US-Wertungen sorgten für Jubelschreie und glänzende Augen deutscher Spieler. Zurecht?
Als sich Jack in die Maschine nach England setzt, arbeitet sein Herz noch im normalen Rhythmus. Plötzlich legt sich ein rabenschwarzer Schleier über das Bild, verzweifelte Schreie zwängen sich durch die Dunkelheit, Triebwerke ächzen. Der Stahlvogel hält den erbarmungslosen Gesetzen der Physik nicht mehr stand und plumpst wie ein Stein in den Pazifik. In letzter Sekunde befreit sich Jack aus seinem wässrigen Gefängnis, holt tief Luft und erreicht unter Aufbringung all seiner Kräfte schließlich die Wasseroberfläche. Ein roter Feuerregen flackert in den nächtlichen Himmel, Reste des Bordgepäcks treiben im kühlen Nass, Trümmerteile des Flugzeugs versinken in der Tiefe. Aber was ist das? Inmitten dieses grellen Infernos ragt ein Leuchtturm in die Höhe - mutterseelenallein und verlassen.

Die Metropole Rapture erinnert an eine Mischung aus Anachronox und New York City.

Man muss kein Genie sein, um zu begreifen, dass dem durchnässten Unglückswurm nichts anderes übrig bleibt, als das kalte Gemäuer anzusteuern. Hätte er sich doch lieber aus seinen eigenen Rippen ein Floß geschnitzt, um gemütlich und in aller Seelenruhe an Land zu schippern. Diese körperlichen Schmerzen wären nichts im Vergleich zu den folgenden 20 Stunden, in denen sich psychische Schockmomente und beherzte Wow-Rufe die feuchte Klinke in die Hand geben. Eine Tauchkugel, an der ein breites "Tritt ein"-Schild nicht fehl am Platz wäre, setzt sich in Gang und bringt Jack nach Rapture, eine pompöse Unterwasserstadt. Erbaut wurde sie in den 40er-Jahren von einem Visionär namens Andrew Ryan. Sie sollte Künstlern, Wissenschaftlern und Freigeistern als Zuflucht dienen; als Ort, an dem sie ihre Ziele verwirklichen, ihren Forschungen nachgehen können, sich keiner Regierung, keinen Sanktionen unterwerfen müssen - einzigartig, utopisch, fantastisch.

Die ersten Früchte lassen nicht lange auf sich warten: Eine Wissenschaftlerin entdeckt die mysteriöse Substanz Adam. Für die Bewohner gleicht sie dem viel zitierten Stoff, aus dem die Träume sind, bewirkt sie doch eine ständige Erneuerung der Zellstruktur. Die Folgen sind verlockend: Übermenschliche Kräfte und ewiges Leben. Wie jede Droge machen sich leider auch beim Adam Entzugserscheinungen bemerkbar: Der Geist vernebelt, Stimmbänder bringen nur noch ein groteskes Gegrabbel hervor, das zarte Antlitz zerfällt zu einer blutdurchtränkten Masse aus Knochen und Geschwülsten. Die prächtigen Bewohner Raptures mutieren zu Splicern, drogensüchtigen Junkies. Sie werden zu durchgeknallten Freaks, die ihre entstellten Fratzen hinter Tiermasken oder notdürftig zusammengehaltenen Bandagen verbergen und psychotisch faselnd durch die verfallenen Gänge des mittlerweile gefluteten Mekkas stromern.

Aber weshalb? Was ist hier passiert? Wieso stapeln sich die Leichen in den blutig roten Korridoren? Wer ist dieser Ryan? Und warum droht seine Stadt unter den Wassermassen zu ersticken? Tonbandaufnahmen, die ihr während des gesamten Spiels findet, künden von den schrecklichen Ereignissen, denen Rapture und die Bewohner zum Opfer fielen. Nach und nach setzen sich die kleinen Puzzleteilchen zu einem großen Ganzen zusammen, während ihr immer tiefer in die bedrohlich düsteren Gänge des gefallenen Metropolis vordringt.

Überall in Rapture seht ihr grelle Leuchtreklame - Zeichen des kulturellen Lebens der einstigen Metropole.

Offene Dialoge gibt es keine. Jack bleibt während der gesamten Spieldauer so stumm wie der Fischschwarm, der sich fernab aller Probleme an der erstbesten Fensterscheibe vorbeischlängelt. Auch freundlich gesinnte Charaktere trifft er hier selten. Fast die gesamte Kommunikation findet über ein altes Funkgerät statt, das ihr in der besagten Tauchkugel aufklaubt. Ein hilfsbereiter Mann ist es, der euch an die Hand nimmt und eure bleiernen Schritte lenkt - nicht ganz uneigennützig, versteht sich. "Rette meine Familie, die in Neptunes Bounty gefangen gehalten wird" - okay, das ist ein Wort. Die jederzeit aufrufbare Karte ist im Menü verstaut, der Richtungspfeil platziert, die Rohrzange griffbereit - auf geht's. Ein paar Fragen brennen zwar wie die Feuer der Hölle, aber was soll's?

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