Beyond Good and Evil - Test
Ein Action-Adventure der anderen Art
Angst und Schrecken
Diese unheimlichen Wesen nennen sich Domz und kommen aus dem Weltall, um scheinbar wahllos die Bevölkerung des Planeten in Angst und Schrecken zu versetzen. Auch die Protagonistin, die Journalistin Jade gerät in den Fokus der Domz. Zwar hatte sie mit einem solchen Angriff gerechnet und ihre Insel mit einem Schutzschild ausgerüstet, um den Angreifern nicht schutzlos ausgeliefert zu sein, jedoch bricht dieses zusammen, als der Strom abgestellt wird, da sie vergessen hatte die Stormrechnung zu begleichen. Was klingt wie ein schlechter amerikanischer Nachmittagsfilm, ist der Beginn einer packenden Geschichte in der die Journalistin Jade und das Schwein Pay J in den Kampf gegen die Domz ziehen, um hinter das Geheimnis der Angriffe zu kommen.
Langeweile - Ade!
Die Entwickler rund um den Rayman-Schöpfer Michel Ancel versprechen dem Spieler eine spannende Mischung aus Action und Adventure und so verzichtet man auf langweilige Szenen, in denen man seine Zeit damit verschwendet sinnlose Schalterkombinationen zu lösen. Wer jetzt erwartet, dass das Spiel auf Action setzt, dem sei gesagt, dass selbst Kampfszenen nur in einem geringen Maße vorkommen, denn Beyond Good and Evil konzentriert sich auf die spannende Story und eine einzigartige Atmosphäre. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich das Leben im Hintergrund anguckt, denn der ganze Planet ist mit den verschiedensten Wesen bevölkert, die den Spieler öfters schmunzeln und darüber nachdenken lassen, wie die Entwickler wohl auf eine solche Idee gekommen sind. Natürlich dürfen auch diverse Vehikel nicht fehlen, so schwirren fliegende Autos und Luftkissenboote in der Luft und auf dem Wasser herum. Man sollte jedoch aufpassen, dass man nicht zu viel Zeit damit verbringt die Bevölkerung und ihre Eigenarten zu betrachten, denn man erwischt sich selbst oft dabei, dass man minutenlang als Voyeur agiert.
Sounduntermalung in Perfektion
Selten konnte man in einem Adventure einen so gut gewählten Soundtrack im Hintergrund hören, der sich fast einzigartig auf die jeweilige Szene einstimmt. Droht Gefahr oder muss man sich beeilen, wird die Musik schneller oder gleitet fast ins dramatische ab, um die Aufmerksamkeit des Spielers auf das Geschehen zu lenken.Neben den Musikstücken sind auch die Soundeffekte gut gewählt, ob es fliegende Autos, raschelnde Blätter oder angreifende Domz sind, der Sound ist filmreif.
Spaß und Spannung
Die beiden Charaktere Jade und Pay J könnten möglicherweise zu Kultfiguren werden, denn die Sprüche des Schweins sind
humorvoll und witzig, wie in den besten Zeiten von Monkey Island. Auch die Unterhaltungen zwischen den beiden Charakteren sind so gut ausgeklügelt, dass man nie das Gefühl hat, dass sich eine Szene unnötig in die Länge zieht oder der Informationsgehalt fragwürdig ist. Die Entwickler haben sich auch viel Mühe dabei gegeben den Charakteren eine Geschichte zu verleihen und ihnen bestimmte Abläufe im Spiel zuzuordnen. So ist Jade als Journalistin am Beginn des Spieles vor allem dafür verantwortlich, dass das Duo wieder Geld bekommt, um nach dem dunklen Geheimnis der Domz zu forschen. Um diesen Auftrag zu erfüllen nimmt Sie Jobs als Fotografin an. So bekommt der Spieler für jedes geschossene Bild von den Auftraggebern Geld auf das Konto. Nachdem man mit den ersten Aufträgen die Stromrechnung beglichen hat, kann man das kommende Geld in beliebige Dinge investieren. So kann man besser Objektive kaufen, um bessere Bilder abzuliefern und entsprechend mehr Geld zu bekommen. Natürlich kann man mit dem Geld auch Power-Ups kaufen, um seinen Energievorrat nach an den kräftezehrenden Kämpfen wieder auf Vordermann zu bringen. Das Schwein Pay J. dagegen übernimmt die Rolle des ruhigen aber klugen Begleiters, der in der Lage ist komplizierte Steuereinheiten und Maschinen wieder flott zu machen und so eine schnelle Reise oder das Weiterkommen zu ermöglichen. Jade und Pay J. sind schlicht das zueinander passende Dreamteam, das bei anderen Spielen mit großer Sicherheit wünschenswert wäre. Selbst die Wahl der Charakteranimation wurde von den Entwicklern so gut gewählt, dass sie vor allem den jüngeren Spielern, die bereits von Rayman begeistert waren, ans Herz wachsen werden. Besonders Pay J. ist durch seine Einzigartigkeit besonders liebenswert. Er hat immer einen Spruch auf Lager und besticht durch sein Wesen. Jade dagegen ist die aktive und treibende Kraft im Spiel, die den Geschehnissen auf den Grund gehen und diese aufklären will.
Wie bereits erwähnt sind die einzelnen Teile des Spieles zum Teil filmreif und so muss man oft überlegen, ob man sich in einem Film befindet oder ob man wirklich selbst in das Geschehen eingreift und das Spiel so nah erlebt. Man muss jedoch klar sagen, dass dieser Eindruck nicht dadurch geprägt wird, dass die Charaktere den Hauptteil von Beyond Good and Evil selbst bestimmen, sondern dass Effekte und Handlung so gut aufeinander abgestimmt sind. Die Grafik des Spieles ist nicht das Übermaß aller Dinge, aber recht sehenswert und auf keinen Fall angestaubt. Sowohl die Lichteffekte, als auch die Darstellung des Wasser, das den Hauptteil des Planeten Hyllis bedeckt, sind von den Entwicklern in einer sehr guten Weise dargestellt worden. Viele aktuelle Titel könnten sich von Beyond Good and Evil noch eine ordentliche Portion abschneiden. Nur wenige andere Adventures haben so lichtgewaltige und fesselnde Kämpfe mit so einzigartigen Außerirdischen wie den Domz.
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