Batman: Arkham Asylum - Special
Saturday Knight Fever
Und wenn sie so dicht ist wie die ersten dreißig Minuten von Arkham Asylum, dann wirft man erst einen wehmütigen Blick ins DVD-Regal mit den gesammelten Schätzen der kultigen TV-Serie, verdrückt ein paar bittersüße Tränen der Nostalgie und lässt sich von der ruppigen Atmosphäre dieses Einstiegs gefangen nehmen.
Wenn Blitze durch den nächtlichen Himmel zucken, wenn Regen die dichte Wolkenwand durchbricht und Nebelfetzen zwischen den Bäumen hängen, dann braut sich etwas zusammen in Gotham City. Einsame Laternen weilen wie Nachtwächter in der Dunkelheit, als das Batmobil durch die bedrohliche Stille prescht. Nächster Stopp: Arkham Asylum, das Gefängnis für die schlimmsten Finger der Verbrecherhochburg Gotham City. Zum Beispiel für unseren Lieblingsclown Joker, der bis in den letzten Muskel fixiert und auf einer Trage seiner Zukunft in den Mauern der Anstalt entgegensteuert. Seine faszinierende wie abstoßende Fratze war selten so eindrucksvoll wie hier, als er starrend und zeternd abgeführt wird. Er spielt mit den Wärtern, beleidigt sie, lässt genau den Psychopaten raushängen, den man unter dem grünen Haarschopf und dem kreidebleichen Gesicht vermutet.
Schön ist, wie Eidos und Rocksteady diesen Einstieg inszenieren - mit einem zwar altbekannten, aber markigen Bösewicht, der kräftig auftritt, spottet, stichelt und droht. Die Frage, warum der morbide Spaßvogel gleich zu Beginn in Gefangenschaft weilt, stellt sich übrigens auch die Fledermaus: Wieso war das so leicht? Warum ließ er sich fast ohne Gegenwehr festnehmen? Dass all das schwer nach Falle riecht, wird spätestens nach wenigen Minuten klar, als ein paar grausame Bekannte die Bühne betreten und Joker zur Flucht verhelfen. Noch ehe man darüber nachdenken kann, was blutrünstige DC-Bösewichte wie Harley Quinn oder Croc hier treiben, schnappt die von der Grinsebacke mit minutiöser Sorgfalt gespannte Mausefalle zu. Er befreit sich aus seiner Misere, flüchtet mordend und ohne Rücksicht auf Verluste in die Mauern des Arkham Asylum.
Batman bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Commissioner Gordons Tochter Oracle zu verlassen, die ihm via Funk mit Hinweisen im Stiernacken sitzt, und Jagd auf seinen Erzfeind zu machen, der bei seiner Flucht ins Gemäuer immer wieder tote Wachen hinter sich stapelt. Die erste halbe Stunde zeigt keinen profillosen Macker im Elfenbeinturm, der sich versteckt und erst zum Ende wieder auftaucht, sondern einen schrulligen Clown im Psychopatenpelz, wie man ihn sich wünscht. Seine albernen Fallen, all die klappernden Gebisse, die er in den Gängen hinterlassen hat, sind noch für ein paar beherzte Lacher gut. Die spätestens dann verstummen, als er sich plötzlich auf einer riesigen Videoleinwand zeigt, grenzdebil kichert und seine Gegenspieler mit Spott und Hohn angiftet. Herrlich, genau so muss ein Bösewicht auftreten, um Eindruck zu schinden und Angst einzujagen.
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Tesk
14.03.2009, 16:08 Uhr