Marco "Gnoos" Neubert | 17.11.2009, 15:50 Uhr
Assassin's Creed 2
Kein Tag ohne Attentat
Fazit zum Test von Assassin's Creed 2
Ein würdiger NachfolgerHat man bei Ubisoft Montreal aus den Fehlern des ersten Teils gelernt? Ja – in einigen Punkten. Mit Ezio bekommt der Protagonist endlich ein Profil und wirkt tiefgründiger als der doch eher introvertierte Altair, der nur Mittel zum Zweck war. Auch die Missionen sind nicht mehr ganz so repetitiv. Dank eingebetteter Geschichte, vielen Zwischensequenzen und wechselnden Lokalitäten fällt auch nicht mehr so schnell auf, dass man oft doch „nur“ dutzende Attentate vollbringt. Waffenhändler, Doktoren, Schmiede und der Ausbau der Stadt rund um die Villa vermitteln außerdem mehr Freiheit als im ersten Teil. Viele optionale Nebenmissionen, das Freischalten von Altairs Assassinenbekleidung und die Suche nach Assassinen-Gräbern, Kodex-Seiten und Federn sind weiteres Beiwerk, um einfach mehr zu bieten, als noch im Vorgänger.
Doch was bleibt spielerisch hängen? Wir erlebten eine packende Geschichte, die einen ehrenvollen Italiener quer durch bezaubernde Städte ziehen ließ, um das Werk seines Vaters zu beenden. Wir erlebten einmal mehr tolle Klettereinlagen, die dank wundervollen Ausblick und eingängiger Steuerung schier kinderleicht waren. Wir erlebten Kämpfe, in denen wir mit neuen Animationen, Waffen und Begleitern Unmengen Bösewichten ins virtuelle Jenseits schickten. Das alles macht wahnsinnig viel Spaß und spielt sich wirklich angenehm. Dazu kommen prachtvolle Städte, die nicht hätten besser nachgebaut werden können. Die geziegelten Dächer, die kleinen Gässchen Italiens und prächtige Bauten wie der Dogenpalast in Venedig sehen schlichtweg toll aus.
Doch es fehlt vor allem an packenden Momenten, die hängen bleiben. Der Star des Spiels sind die wunderschönen Städte, die tolle Weitsicht, die vielen, kleinen Texturen – die Liebe zum Detail. Das Kampfsystem bedarf einer Generalüberholung, Mimik und Gestik der Charaktere wirken grade in Zeiten von Uncharted 2 teilweise zu leblos, um zu fesseln. Hier steife Bewegungen, dort fehlende Texturen im Gesicht. Der Schritt zu mehr spielerischer Freiheit tut spürbar gut, vielleicht wäre jedoch etwas mehr Inszenierung – vor allem in bei den Attentaten und dem letzten Kampf – das richtige Mittel zum Erfolg. Geschichte, Architektur, Spielzeit, Charaktere – das ist alles wunderbar. Aber wenn man bei keinem Kampf ins Schwitzen kommt, fehlt es an Blockbuster-Momenten. Den Award für beeindruckende Städte hat sich das Entwickler-Team dennoch verdient.
Pro
- interessante, packende Geschichte
- schöne, teils originalgetreue Städte
- Neu: Fluggerät, Schusswaffe
- Möglichkeit, Gegner zu entwaffnen
- Anheuern von Kurtisanen, Diebe und Söldnern
- Schwimmen möglich
- neue Shops (Waffenhändler, Doktoren, Schmiede)
- neue Animationen und Bewegungen
- Hintergrund-Informationen zu bekannten Gebäuden
- viele neue Waffen
- Tag- und Nacht-Wechsel
Kontra
- Mimik und Gestik hin und wieder nicht zeitgemäß
- wiederholende Abläufe (allerdings nicht so schlimm wie in Teil 1)
- unverändertes Kampfsystem (vor allem Gruppenkampf eher langweilig)
- nervige Musikspieler
- keine richtigen Blockbuster-Momente





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Gnoos
18.11.2009, 10:04 Uhr
vom zweiten teil erwartet man - genau das...und noch mehr! das bringt er auch teilweise, aber eben nicht in allen punkten. AC2 muss sich mit GTA IV messen lassen, was AC1 noch nicht musste...und im vergleich zu GTA IV wirkt vor allem das stadtleben der menschen nicht so authentisch. auch die dialoge der bewohner kommen nicht ganz an GTA IV ran. deswegen trotz vieler sachen, die verbessert wurden, eine schlechtere wertung.
Khero
18.11.2009, 00:10 Uhr