Grand Theft Auto 4
Digital verrammeltes Meisterwerk
Es ist der Wust aus Zwangsregistrierungen und -bestätigungen, der einen im ersten Moment erschlägt. "Grand Theft Auto IV PC erfordert die Installation von Software und Komponenten, einschließlich Rockstar Games Social Club, Sony DADC SecuROM, Adobe Flash, Microsoft .NET Framework, Games for Windows - LIVE, Internet Explorer und DirectX" heißt es da. Puuhhhh. Das ist ganz schön viel für ein einziges Spiel; dabei will man doch einfach nur eintauchen, mit Niko Bellic eine der eindrucksvollsten Metropolen des Jahres unsicher machen. Aber was soll's? Immerhin mussten PC-Spieler sechs Monate länger warten, immerhin freuen sie sich riesig auf dieses geschliffene Gangster-Epos, das so viele von ihnen neidisch aufs Konsolenlager schielen ließ. Da sind doch diese paar Formalien keine große Hürde, oder? Zumindest keine unüberwindbare, aber eine furchtbar nervige und vor allem zeitraubende.
Nachdem das eigentliche Datenmonster, Rockstar Social Club und Games for Windows Live auf der Festplatte verstaut wurden, steht die erste Registrierung an, ohne die man auf den aufpolierten Onlinemodus verzichten muss - dazu später mehr. Fünf Minuten danach begrüßt mich ein weiteres Fenster, das mich zur Online-Authentifizierung auffordert. Okay, wenn's denn sein muss, kloppe ich auch noch diesen 25-stelligen Code ein, all die süßen Versprechen im Ohr, mit denen mich Rockstar zum zweiten Mal nach Liberty City locken will. Aber irgendwie ist das Glück nicht auf meiner Seite. Trotz aktueller DirectX-Version, trotz neuester Grafiktreiber und allem, was da oben steht, sperrt mich die Stadt aus. Warum? "GTA IV funktioniert nicht mehr", teilt mir eine Windows-Meldung nach wenigen Sekunden mit. Immer wieder. Ein Blick in diverse Foren offenbart, dass die PC-Fassung mit ATI-Karten enorme Probleme hat. Auf einem anderen Vista-Rechner mit nVidia-Karte ließ sich das Spiel dagegen ohne Probleme starten.
Beim geschätzten vierzehnten Versuch zeigt sich auch auf der geschundenen ATI-Kiste endlich der anfängliche Ladebildschirm, neue Artworks machen richtig Lust, und diese vertraute Melodie zwängt sich aus den Lautsprechern. Es kann losgehen. Zumindest fast. Denn vorher schreit Games for Windows erst mal nach einem Update und dann nach einem Account, ohne den man keine Spielstände anlegen kann. Wer Nikos Tour de Force also nicht gerade am Stück durchspielen möchte, füttert die Eingabefelder noch mal mit Mail-Adresse, Passwort, klickt sich von hier nach dort, um nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich den ersten Schritt auf dem Boden Liberty Citys zu tun.
Warum dieser blutige Rachefeldzug so packend ist, warum man locker 50 Stunden darin versinken kann, das könnt ihr im Xbox 360- und PS3-Test vom April nachlesen. Inhaltlich hat sich absolut nichts geändert: Ihr erlebt immer noch Niko Bellics Geschichte, ein spannendes Gangster-Drama mit herrlichen virtuellen Schauspielern, die all ihre bisher dagewesenen Kollegen an die Wand drücken. Während das Ganze optisch schon auf der 360 und PS3 zum echten Leckerbissen avancierte, legte Rockstar auf dem PC noch mal nach. Die Texturen sind auf hohen Einstellungen einen Tick schärfer, die Beleuchtungseffekte sichtbar besser. Auf der Xbox waren der Blick auf die Kulisse und die Simulation der räumlichen Weite schon eine Wonne; und auch auf dem PC ist es immer wieder ein erhabener Moment, wenn man im sanften Glanz der morgendlichen Sonnenstrahlen eine Brücke überquert, die Klänge der eigenen MP3s im Ohr, das Schimmern der Skyline am Horizont.










KnightHero
07.12.2008, 14:22 Uhr
Like
05.12.2008, 11:48 Uhr
Darv
04.12.2008, 16:33 Uhr
Hab leider eine ATI und auch meine Probleme damit.
Ghaleon
04.12.2008, 08:57 Uhr
thx für den test - das habe ich gesucht.