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007: Ein Quantum Trost

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Plattformen:
PC, PS3, XBox 360
Release:
PC: 30. Oktober 2008
Playstation 3: 30. Oktober 2008
XBox 360: 30. Oktober 2008
Status:
Released
Publisher:
Activision
Entwickler:
Treyarch Corporation
Genre:
Shooter
USK:
Keine Jugendfreigabe
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe

Alexander Glup | 15.11.2008, 11:34 Uhr

007: Ein Quantum Trost
Einen Martini bitte

1 Wertung »

Heutzutage sind Videospielumsetzungen wie das Überraschungsei der Kinderschokolade. Entweder man hat eine tolle Figur drin und erfreut sich am Schlumpf, Happy Hippo oder woran auch immer. Oder es springt nur schnöder Firlefanz zum Zusammenbauen raus - also letztlich gerade jene Dinge, die man einfach nicht haben möchte!
"Mein Name ist Bond, James Bond". Dieser Satz drohte bereits in der Ära einer glorreichen Filmreihe unterzugehen. Wie groß war die Angst unter den Fans des Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten... Vor Casino Royal sprach die Klatschpresse bereits vom Untergang, aber Daniel Craig konnte die Masse überzeugen und die vorherigen Hasser des vermeintlich hässlichen Doppelnullagenten zu Fans bekehren. Sehr verwunderlich, dass der damals erfolgreichste Bond-Film aller Zeiten keine Videospielumsetzung spendiert bekam. Mit ein bisschen Trost soll nun alles anders werden. Aber einen kleinen Moment! Kein Videospiel zu Casino Royal? Falsch! Denn auch wenn das Spiel den Untertitel Ein Quantum Trost trägt, teilt sich die Story in alte und neue Flashbacks. In den ersten drei Leveln stürmt ihr durch die Schauplätze des neuesten Bond-Streifens, später dürft ihr dann auch in Flashbacks an wohlbekannte Orte zurückkehren und trefft sogar James alte, verstorbene Liebe: Vespa.

Hier wird nicht nur gepokert - schönes Shootout im Hotel von Casino Royal!

Der erste Eindruck: ein Alptraum. Langweilige Tapeten! Ödes Leveldesign! Das Einstiegslevel präsentiert sich mehr als nur ein Quäntchen zu trostlos: Selten wurde ein Herrenhaus so schlecht in Szene gesetzt. Wer diese kurze Durststrecke erfolgreich überstanden hat, wird wenige Augenblicke später mit einem grandiosen Vorspann belohnt, in der eine wilde Verfolgungsjagd dynamisch beschmettert wird. Der Coolnessfaktor ist schon verdammt hoch: Immer wieder werdet ihr mit spannenden Cutscenes überrascht. Nebenher dürft ihr einige der spektakulären Szenen aus den beiden Filmen nachstellen, unter anderem die Verfolgungsjagd mit dem Bombenleger, der auf einer Baustelle über die Kräne hüpft und springt, als hätte er in seinem Leben nie etwas anderes gemacht.
Leider verfallen die Entwickler in alte Muster zurück, die Einfallslosigkeit spiegelt sich mit Regelmäßigkeit in der Anzahl der Gegner wider. Manche Level sind einfach nur eine Aneinanderreihung von Shootouts in größeren Arenen mit vielen Deckungsmöglichkeiten. Erst wenn alle Gegner die Radieschen von unten sehen, öffnet sich irgendwo ein neuer Zugang, woraufhin das ganze Spielchen wieder von vorn losgeht.

In vielen Leveln erwartet euch am Ende ein kleiner Bosskampf, und hier haben die Entwickler ordentlich bei Star Wars: The Force Unleashed und Das Bourne Komplott abgekupfert. Quick-Time-Events lautet das Lösungswort, das euch die Tür zu spannenden Kämpfen öffnet. Im richtigen Moment die geforderte Taste gedrückt - schon könnt ihr eine Schlagkombo des Protagonisten verfolgen. Verdrückt ihr euch, verliert ihr etwas Lebensenergie. Passiert das zu oft, segnet James das Zeitliche, und ihr müsst die Szene erneut spielen.

Ihr habt in seltenen Fällen die Wahl: Lieber schleichen und die Feinde aus dem Hinterhalt ausschalten? Oder lieber in Rambo-Manier durch die Level ballern? Manchmal ist es praktisch, auf Zehenspitzen den Job zu erledigen und den Feinden im Nahkampf gegenüberzutreten oder sie per Schalldämpfer auszuknipsen. Verursacht ihr Krach oder werdet ihr von einer Kamera gefilmt, ertönt ein grässlicher Alarm und in Sekundenbruchteilen wimmelt der Schauplatz von Elitesoldaten, die liebend gerne Geheimagenten im Auftrag ihrer Majestät zum Frühstück verspeisen. Wiederum hat es auch eine praktische Seite, entdeckt zu werden, denn ihr beginnt jede Mission in der Regel nur mit einer schnöden Pistole, während eure Gegner mit dickem Kaliber durch die Gegend laufen. In ruhigen Minuten gilt es, Kameras zu hacken und Sicherheitstüren zu knacken. Ersteres erweist sich als einfach - länger den Knopf drücken, fertig. Letzteres ist schon eine Spur schwieriger, wenn auch niemals unlösbar. Per Minispielchen müsst ihr zum richtigen Zeitpunkt die Richtungstasten drücken; sofern ihr keinen Fehler macht, öffnet sich der Durchgang. Da ihr beliebig viele Versuche habt, dürfte auch der ungeschickteste Fingerakrobat früher oder später jede Tür öffnen können.

Action bestimmt viele Szenen; hier bekämpft ihr Feinde und müsst gleichzeitig dem Feuer ausweichen.

Inhaltlich und grafisch sind die PlayStation 3- und Xbox360-Fassungen vollkommen identisch, der Hund liegt aber in der Performance begraben. Während die Microsoft-Konsole stolz erhobenen Hauptes in allen Lebenslagen jegliches grafische Highlight ohne Murren oder Zicken einfängt und selbst im dichtesten Getümmel die Nerven behält, müssen Besitzer der vermeintlich leistungsstärkeren Sony-Konsole Fingernägel kauen. Denn besonders in den Gefechten mit vielen Rauch- und Explosionseffekten geht regelmäßig die Bilderwiederholrate in den Keller. Das äußert sich in Lags, und oftmals bewegen sich die Bilder nur im Schneckentempo über den Bildschirm. Das ist insbesondere dann nervig, wenn ihr es gerade mit mehreren Gegnern auf einem Haufen zu tun habt und das Zielkreuz entweder zu schnell oder zu langsam über die Feinde huscht. Was beide Versionen aber gemeinsam haben und jeden Spieler nerven dürfte, ist die unverschämt kurze Spieldauer für einen Vollpreistitel. Mussten Shooter-Fans in der Vergangenheit immer wieder mit mehr oder minder kurzen Spielen vorlieb nehmen, treibt es 007 in diesem Fall etwas zu weit. Geübte Fans des Agenten sehen das Ende bereits nach gerade einmal fünf Stunden, Greenhorns brauchen etwa sieben, um James Bond komplett durchzuspielen. Etwas mehr hätte es am Ende schon sein dürfen.

Der Mehrspielermodus bietet üppige Kost: Ganze neun Modi stehen für bis zu zwölf Spieler zur Verfügung. Neben dem typischen Deathmatch-Einheitsbrei können zwei der Varianten aber durchaus herausstechen. In "Golden Gun" trägt einer der Teilnehmer eine fette Pistole mit ordentlich Wumms im Anschlag, während die anderen fleißig dabei sind, dem Waffenträger eins reinzuwürgen und der Wumme selbst habhaft zu werden. Wer am Ende die goldene Waffe am längsten mit sich herumgetragen hat, gewinnt das Match. Der zweite interessante Modus nennt sich "Territory Control", bei dem zwei Teams gegeneinander antreten. Auf der Karte sind verschiedene Gegenstände verteilt, die die Teams sichern müssen. Sofern euer Team die Übermacht in der Gegend um das begehrte Objekt stellt, zählen die Punkte. Und wer am Ende der Zeit den höchsten Punktesstand für sich verbuchen kann, gewinnt die Partie - wie immer eben.

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