TNA Impact!
Ein Überflieger im Wrestlingring?
Die Wrestler sind ihren Vorbildern haargenau nachempfunden. Gerade bei der Aufmachung der Arenen und Sportler kann TNA kräftig punkten.
Mir ist das in diesem Moment ziemlich egal. Soeben hat mich Samoa mit einem gekonnten Griff auf seine Schulter genommen und anschließend eiskalt auf den Boden knallen lassen. Kaum wieder bei Besinnung, knallt er mit seinem ganzen Kampfgewicht auch schon seitwärts auf meinen Körper. Ein Donnern durchzieht die Halle. Mein schmerzverzerrtes Gesicht verwandelt sich aber schnell in ein Antlitz voller Wut. Ich will jetzt mein Können zeigen, dem Weltmeister offenbaren, wer der wahre Herr im Ring ist! Mit einem schnellen Ausweichmanöver geht sein nächster Griff daneben. Wichtige Zeit, die ich brauche, um selbst anzugreifen. Es gelingt! Der Kampfkoloss fliegt durch die Luft und legt neben dem Ring eine Bruchlandung hin. Die Menge johlt, Samoa schreit. Was mich an vielen anderen Wrestling-Spielen gestört hat, wird hier richtig gemacht: Die Steuerung reagiert schnell auf die Wendungen, und es dauert nicht gefühlte Stunden, bis der Charakter endlich den Move ausführt, den man ihm anweist. Die Kehrseite der Medaille ist die begrenzte Vielfalt an Kombinationen. Nach wenigen Stunden habt ihr bereits alles gesehen, was der Sport zu bieten hat. Hier kann die Konkurrenz mit sehr viel mehr Auswahl im Repertoire aufwarten. Gleiches gilt für die Ausstaffierung eures Wrestlers. Die Skins und Klamotten sind begrenzt. Ihr müsst euch mit dem anfreunden, was in eurem virtuellen Kleiderschrank hängt. Selbst angekündigte Downloadpakete können dieses Manko nur schwer wieder gutmachen.
Bei Ultimate X müsst ihr nicht nur gute Tricks anwenden, sondern auch das rote X über dem Ring in eure Finger bekommen.
Ob 120 Kilo-Koloss oder schmächtiger Wrestler - Auswirkungen auf die Würfe oder die Agilität hat das zumindest spürbar nicht. Die Würfe und Griffe gehen rasant von der Hand und wirken wie in schönsten Arcade-Zeiten. Das ist schön für die Motivationskurve in den ersten Tagen, doch auf Dauer fehlt der Reiz, immer und immer wieder zu spielen. Richtig frustrierend wird es im Story-Modus genau dann, wenn zur Hälfte der Spielzeit eine Buttonmasher-Orgie ausbricht. Ich erinnere mich an die Zeiten von Winter Olympics und Summer Olympics, in denen meine Joysticks reihenweise schrottreif gespielt wurden. Die Gegner kämpfen gegen Ende der Story sogar so hart, dass eine Umklammerung zur unlösbaren Aufgabe verkommt. Warum meine Kontrahenten sich aber immer lösen können und beinahe diabolische Konter-Moves ausführen, ist mir schleierhaft. Wenn ihr jetzt glaubt, dass im Mehrspielermodus die Erleuchtung wartet, dann macht euch auf einen harten Aufprall gefasst. Als würden zehn Samoa Joes auf mich zustürzen, falle ich auf einmal hinten über. Wie? Ich kann meinen glorreichen düsteren Kämpfer aus dem Story-Modus nicht online spielen? Frust macht sich breit. Ärger wird zu Wut, und beinahe fliegt das Gamepad in die Ecke. Lediglich mit den Standard-Wrestlern könnt ihr über das Internet gegen Freunde und Fremde antreten. Warum das so ist? Das weiß vermutlich nur der Teufel.









Der Bär
25.10.2008, 23:12 Uhr
Rochenkoenig
24.10.2008, 16:44 Uhr