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The Witcher: Enhanced Edition

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Plattformen:
PC
Release:
PC: 25. September 2008
Status:
Released
Publisher:
Atari
Entwickler:
CD Projekt
Genre:
Rollenspiel
USK:
Keine Jugendfreigabe
Offizielle Seite:
keine Angabe
Fanseite:
keine Angabe

Sebastian Thor | 26.09.2008, 16:37 Uhr

The Witcher: Enhanced Edition
Poliert. Verbessert. Award.

1 Wertung »

Den hatten wir doch erst. Und zwar vor knapp einem Jahr. Jetzt ist Hexer Geralt zurück - überarbeitet und besser in Form. Was hat die Enhanced Edition von The Witcher zu bieten?
Na hoppla, was purzelt denn hier alles aus der Verpackung? Dieser schmucke Pappschuber enthält gleich drei DVD-Hüllen, drei Bücher und eine Karte der Spielwelt. Neben dem düsteren Hauptspiel (OW-Wertung: 84%) liegen zwei Bonusabenteuer mit je zwei Stunden Spielzeit, der D'jinii-Editor, der offizielle Soundtrack und eine CD mit vom musikalischen Hauptthema inspirierten Stücken in der Schachtel. Rechnen wir jetzt noch den Game Guide, die Kurzgeschichte des polnischen Autors Andrzej Sapkowski und die zahllosen Verbesserungen am ohnehin bereits sehr guten Hauptspiel hinzu, ist die Bezeichnung Enhanced Edition mehr als gerechtfertigt. Diese Box kostet knapp 40 Euro, also etwas weniger als ein frisch veröffentlichtes Vollpreisspiel, bietet aber so viel Gegenwert fürs Geld, dass hier nur absolute Langweiler nicht zuschlagen. Oder Fantasy-Muffel. Oder Leute, die The Witcher bereits besitzen. Die nämlich kommen nach einem rund ein GByte großen Download in den Genuss der Änderungen, sofern sie ihre Kopie registriert haben.

Düster, kalt, erwachsen - so kennt und liebt man die Welt von The Witcher.

Erinnert ihr euch noch an das Debakel von The Fall? Auch damals sorgte eine Extended Edition für abfallende Bugdichte und anschwellende Spielerherzen. CD Projekt hingegen hätte all diese Änderungen nicht vornehmen müssen, war The Witcher doch in der ersten Verkaufsversion selbst ohne Patch gut spielbar und vergleichsweise fehlerfrei. Sie haben's trotzdem getan, und das Ergebnis kann sich wahrhaft sehen und hören lassen. Hören deshalb, weil fast die komplette Sprecherriege ausgetauscht wurde. Ok, es gibt noch immer ein, zwei Figuren, die in einer etwas unpassenden Tonlage lamentieren - etwa einer der Hexer aus dem Intro. Aber der Rest klingt fast durch die Bank sehr gut; Geralt ist stimmlich endlich der raue, derbe, von seinem Erbe gezeichnete Monsterjäger, den uns die Artworks versprechen. Aber warum zur Hölle muss er so quälend langsam reden? Zwischen zwei Sätzen vergeht manchmal eine gefühlte Ewigkeit; man ist versucht, die Texte zu lesen und schnell wegzuklicken. Statt der Möglichkeit, die zehn angebotenen Sprachversionen wild mit den ebenfalls in zehn Fassungen vorliegenden Untertiteln zu kombinieren, wünscht man sich oft eine Option, um dem markigen Helden mal kräftig in den Hintern zu treten.

Was die NPCs angeht, hatte Temerien mit einer ärgerlichen Armut zu kämpfen. Viele Figuren glichen sich wie ein Ei dem anderen, die Welt war von Klonen bevölkert. Dieses Ärgernis schafft zwar auch die Enhanced Edition nicht komplett aus der Welt, aber es wurde zumindest passabel eingedämmt. Da die Kleidungsstücke der NPCs jetzt zufällig zusammengestellt werden, trifft man wesentlich seltener auf ein und dieselbe Person - auch wenn sich die Gesichter wiederholen. In den Dialogen bekommt man mehr kleine Gesten, Handbewegungen oder lebendige Animationen zu sehen. Sie können in Sachen Inszenierung, Gesichtsmimik und Kameraspiel zwar nicht mit Mass Effect gleichziehen, erreichen aber immerhin ein zufriedenstellendes Niveau. Ganz im Gegensatz zum Anfang des Spiels, der mir mit seinen filmischen Reizen und der Musikkulisse eine Gänsehaut nach der anderen über den Arm jagte, obwohl ich das Hexer-Abenteuer bereits vor einem Jahr durchgespielt habe. Welches Rollenspiel schaffte das zuletzt?

Das Inventar wurde überarbeitet. Beispielsweise gibt es jetzt gesonderte Fächer für Alchimie- und sonstige Items.

Und sonst? Wurde das Inventar überarbeitet, das jetzt aus einem Fach für Alchimie und einem für alle anderen Gegenstände besteht. Die ewige Suche nach der einen speziellen Zutat entfällt also endlich. Außerdem könnt ihr beide Behälter dank eines neuen Buttons auch in null Komma nichts sortieren lassen. Und ganz wichtig für alle Plünderer: Wer die STRG-Taste gedrückt hält und eine Leiche oder einen Behälter anklickt, lässt automatisch alle Items ins eigene Inventar wandern. Komplettiert wird dieses Facelifting durch die Reduzierung der Ladezeiten: Zwar sind die angestrebten 80% etwas zu optimistisch, aber immerhin konnten wir auf allen Systemen ein paar Sekunden gutmachen. Und wer die Autosave-Funktion abstellt, kann sogar noch mehr rausholen. Obwohl The Witcher weiterhin nicht perfekt ist, obwohl man eine bessere Mimik vermisst, einige Nebenquests dem wenig packenden Haudrauf-Design unterliegen und die Kamera oft besser sein könnte, ist das Gesamtpaket rund. Ein Spiel, das ich ohne Gewissensbisse in einem Atemzug mit Baldur's Gate nennen kann.

Das gilt leider nur fürs Hauptspiel an sich, nicht für die beiden Bonusabenteuer. Deren Spielzeit wurde mit je rund zwei Stunden geizig bemessen, was kein Problem wäre, wenn sie inhaltlich glänzen würden. Stattdessen wird man kalt reingeworfen, findet sich im Wald wieder. Zwar zeichnen sich erste Intrigen in den königlichen Reihen ab, zwar erfährt man interessante Details über Eskils Vergangenheit und lernt weitere Charaktere aus dem Witcher-Universum kennen. Aber Lambert und die restlichen Hexerkollegen werden einfach zu unbeholfen eingebunden. Selbst der Angriff der aus dem Erdreich schießenden Archespor-Monster kommt wenig überraschend. Warum ist die Hexerfestung Kaer Morhen so leer? Wieso trifft man hier keine befreundeten Hexer? Warum gibt es keine spannenden Geschichten zu hören? Und dann erst die Quests: Besorge 20 Wolfpelze. Besorge Wyvern-Fleisch. Säubere die Mine von Kikimoren. Warum?

Wieder spiegeln Artworks die Konsequenzen eures Handelns wider. Leider gibt es in den Bonusabenteuern recht wenige davon.

Wenn man innerhalb von zwei Stunden schon so wenige Aufgaben anbietet, dann müssen die auch richtig klasse inszeniert, richtig spannend sein. Erst das zweite Modul namens "Side Effects" entlässt euch in die Stadt Vizima, wo ihr genug Geld sammeln müsst, um Barde Dandelion aus dem Kerker zu holen. Durch Quests und unmoralische Angebote wird man hier immerhin wieder unterhalten - wenn auch nicht so gut wie im Hauptspiel.

1 Wertung »

Kommentare (7)

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melow

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02.10.2008, 00:27 Uhr

war nicht anders zu erwarten,dass die EE Version alle zufrieden stimmt. CDProjekt ftw..

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Z!M

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01.10.2008, 11:38 Uhr

weil es halt ein wenig abstürze gibt ....
andere spiele stürzen halt gar nich ab
und noch andere schmiert der starter ab und man sieht nichtmal das intro

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crash0r1

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29.09.2008, 11:14 Uhr

Warum steht "wenige Abstürze" unter Contra?

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PetraSilie

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28.09.2008, 16:12 Uhr

Wer die Hauptstory schon gespielt hat, sollte das Game erst recht jetzt noch mal zocken, vor allem wenn von diversen Bugs, Chaos Inventar und sonstige Ärgernissen den Spielspaß abgewürgt bekommen hatte.
Man kann sich ja die EE kostenlos downloaden und das, was man nicht braucht, sein lassen. Die Mods sind btw spielenswert, gibt jetzt 3 weitere... Community Mods :) alles auf der offiz. Seite

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Khero

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27.09.2008, 00:54 Uhr

Wer die Bücher kennt wird dieses Spiel lieben. Eines der besten des letzten Jahrzents.

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flittking

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27.09.2008, 00:15 Uhr

Wer die Hauptstory noch nicht gespielt hat, sollte jetzt zuschlagen! Ansonsten gibt es wohl keinen Grund das Ganze nochmal zu zocken...

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Schmidi90

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26.09.2008, 20:31 Uhr

Jawoll, und diesmal hol ichs mir!

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