Dracula: Origin
Rache ist Blutwurst
Der neueste Abstecher in eine Welt voller Blutsauger stammt aus dem Hause Frogwares. Und heißt Dracula Origin. Der Brief eines alten Freundes schreckt Van Helsing auf. Sein Kamerad hat die gefährliche Reise nach Transilvanien angetreten, um den Mythos des Grafen aufzulösen. Dabei läuft einiges schief, der Knabe springt über die Klinge. Nun ist es an Van Helsing, die Ehefrau seines verstorbenen Kollegen zu schützen und Jagd auf das Blut saugende Federvieh zu machen. Dracula verfolgt aber ganz andere Pläne, hat er Mia doch schon als seine zukünftige Braut auserkoren, die er sich mit einem teuflischen Plan unter den Nagel reißen will.
Die Reise des Pflock schwingenden Professors führt euch durch die hintersten Örtlichkeiten Londons bis ins Heimatland des Grafen, das düstere Transilvanien. Alle Schauplätze sind sehr schön gezeichnet und strotzen nur so vor Details. Egal ob man es sich gerade bei Mia im Herrenhaus bequem macht oder über den finsteren Friedhof schleicht, um ins Anwesen des Grafen einzudringen - die düsteren Bilder sorgen für eine gruselige Stimmung. Obwohl gerade der hohe Standard hier und dort durch kleine fehlende Details gestört wird - unter anderem gibt es einfach zu wenig Bewegung innerhalb der Schauplätze. Schaurig-schöne Texturen und verdreckte Hinterhöfe sind schön und gut, aber schnell vorbeihuschende Ratten oder anderer gespenstischer Schnickschnack hätten die Szenarios noch um einiges schnittiger aussehen lassen. Als Atmosphärekiller erweist sich Van Helsing: mit seiner stocksteifen, überbetont britischen Art wäre er auf einem elitären Bankett mit reichen Schnöseln besser aufgehoben als auf der Jagd nach einen brutalen und mörderischen Vampir.
Ein Adventure ohne Rätsel wäre wie ein Käsesandwich ohne Käse - jenseits jeglichen Geschmacks. Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen: Kombiniere Gegenstand A mit B, um C schließlich mit dem D anbandeln zu lassen. Neuerungen dürft ihr an dieser Stelle nicht erwarten. In der Liga der nicht sonderlich außergewöhnlichen Rätsel findet ihr auch die Logikaufgaben. Es gibt kaum ein Szenario, in dem ihr nicht mindestens eine Hand voll solcher Knobeleien lösen müsst - sei es nun der Versuch, Drehschreiben mit Symbolen in die korrekte Reihenfolge zu bringen oder Schalter in Himmelspositionen nach einem vorgegebenen Muster zu betätigen, um eine Tresortür zu öffnen. Das Rad erfindet Dracula Origin nicht neu, zumal die Rätsel trotz des teilweise knackigen Schwierigkeitsgrads sehr trocken gestaltet sind. Manchmal ist es wirklich ratsam, Zettel und Stift in die Hand zu nehmen, um sich Zeichnungen anzufertigen. Denn die vielen Schalter und Bilder im Kopf zu behalten, erweist sich vielerorts als schwieriges Unterfangen - gerade dann, wenn ihr an mehreren Fronten gleichzeitig nachdenken müsst.
Per integrierter, aber gut versteckter Hotspot-Funktion findet ihr schnell heraus, wo es weitergeht und welche Sachen auf dem Bildschirm für Van Helsing von Interesse sind. Auffällig oft haben die Entwickler nur das Nötigste markiert, so dass es manchmal doch etwas zu wenig Hintergrundinformation zu entdecken gibt. Wichtige Hinweise findet ihr in eurem Tagebuch, in dem der Professor alle Dialoge und Spuren festhält. Somit könnt ihr jederzeit nachschlagen und euch darüber informieren, was im Moment zu tun ist.










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