Condemned 2: Bloodshot
Condämmert's bei euch?
Herrlich. So muss ein Horrortrip inszeniert werden. Subtil, eindringlich, langsam ansteigend, bevor euch das Entsetzen plötzlich an der Kehle packt und die Furcht bis in die Haarspitzen pumpt. Condemned 2 wird euch die Gänsehaut in vielerlei Hinsicht auf den Arm jagen. Es gibt verdächtig lange Phasen der Ruhe, in denen euch allein die Aufmachung der Schauplätze den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Verdreckte Hotelflure mit langsam in sich zusammenfallenden Wänden; klaustrophobisch enge, in flackerndes Licht getauchte Gänge; geisterhafte Fabrikgebäude oder feucht-siffige Hinterhöfe - allein das Durchstreifen der Kulisse dürfte schreckhaften Naturen wie ein auf DVD gepresster Alptraum vorkommen.
Dann gehen die Entwickler einen Schritt weiter, erwecken die Schauplätze auch akustisch zum Leben, geben ihnen multiple Stimmen und lassen sie krächzen, knarren, wimmern oder stöhnen. Die unterschwellige, auf der Dunkelheit lastende Soundkulisse wird begleitet von plötzlichen Effekten, die unter die Haut gehen und jeden noch so harten Hund vor Schreck zusammenzucken lassen. Bevor sie euch schließlich die kalte Maske des Horrors vorhalten, legen sie geschickt platzierte inszenatorische Mausefallen aus, während sie eure Sinne langsam in ein Crescendo der Grausamkeit stürzen. Erst ist es nur ein ketzerisches Flüstern, dann knallt plötzlich eine Tür, aus der Ecke dringt ein verräterisches Geräusch oder eine nur noch schemenhaft erkennbare Person rennt durchs Bild, sobald man einen Raum betritt.
Das Kampfsystem ist unheimlich intensiv. Nur wer seine Schläge genau timt und zur rechten Zeit blockt, hat eine Chance.
Denn inmitten dieses stinkenden Molochs gibt es Leben. Es sind degenerierte, winselnde, seelisch und körperlich dekadente Kreaturen, die aus ihren Löchern kriechen. Irgendwo unter ihrem ausgezehrten und leichenblassen Teint verstecken sich die Menschen, die sie einst waren. Kollabierende Drogenopfer, von blutigen Hautresten und hervorstehenden Knochen gezeichnete Freaks oder vernarbte Schläger machen euch das Leben wahrlich zur Hölle. Einige von ihren tragen Tiermasken, einige nur eine fleckige Unterhose, anderen fehlt der halbe Unterkiefer. Monolith klimpert hier mit Bravour auf der Klaviatur des Grauens, führt euch gnadenlos die menschliche Verkommenheit vor Augen und mischt das Ganze mit leicht surrealen Feindbildern, ohne jedoch zu weit abzudriften. Gemeinsam haben sie alle den Willen zu überleben, was in einem der intensivsten Kampfsysteme der letzten Jahre gipfelt.









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