Orcs & Elves
Ein RPG für die U-Bahn
Rein spielerisch gibt es daran keine Zweifel, auch wenn der Ablauf recht altbacken daherkommt. Man sieht das Geschehen konsequent aus der Ego-Perspekive auf dem oberen Screen des Handhelds, während auf dem unteren Bildschirm die Menüs für Tränke und Rüstungen bereitstehen und durch Berührung aktiviert werden können. Sämtliche Aktionen, sei es Bewegung, Angriff oder das Verabreichen eines Trankes, werden rundenweise ausgeführt, wobei es euch freisteht, die Symbole für Laufrichtung und Items auf dem Touchscreen per Stylus zu berühren, oder ganz klassisch mit Steuerkeuz und Buttons zu arbeiten. Drückt ihr also auf dem Steuerkreuz nach oben oder berührt das entsprechende Pfeilsymbol, so läuft der Elfenheld Elli nur einen Schritt vorwärts und verharrt anschließend kurz auf einer Stelle - ähnlich wie man es aus alten PC-RPG-Klassikern wie Wizardry oder Eye of the Beholder kennt. Konsoleros denken dabei an Shining in the Darkness auf dem guten alten Mega Drive.
Alleine im 3D-Kerker
Dabei stechen allerdings zwei markante Unterschiede heraus, denn zum einen ist Elli ganz alleine unterwegs, wenn man mal davon absieht, dass sein Zauberstab Ellon ziemlich geschwätzig sein kann. Zum anderen stellt die verwendete Grafikengine jeden Schritt deutlich flüssiger dar als die ollen RPG-Schinken von damals. Denn anstelle von Einzelbildern sind hier 3D-Umgebungen zu sehen, die absolut flüssig zoomen. Hat man also freie Bahn und läuft mehrere Schritte hintereinander weg, so entsteht dank der ähnlichen Ansicht fast das Gefühl, man spiele einen First-Person-Shooter mit RPG- Einschlag. Das ist natürlich Käse, denn auch jeder Angriff geht lediglich rundenweise vonstatten und selbst zielen darf man auch nicht. Soll heißen, man darf sich für jede Aktion so viel Zeit lassen wie man will und kann erstmal überlegen, wie man am Besten einen Kampf bestreitet. Eben ganz klassische RPG-Regeln, nur in einem moderneren Gewand für unterwegs.
So macht ihr euch also auf durch die Gewölbe des Zwergenkönigs Brahm und schlachtet euch durch Unmengen von Wer-Ratten, Schleimmonstern und anderes Ungetier. Die starke Überzahl an Widersachern zwingt euch allerdings dazu, die große Halle hin und wieder aufzusuchen, die nicht nur als Portal zu den zehn verschiedenen Sub-Kerkern dient. Auch eine Drachenlady namens Gaya hat sich hier breit gemacht und verkauft euch bereitwillig unterschiedliche Items - vom Heiltrank bis zum Rüstungs-Upgrade. Sollte sie gut gelaunt sein, so lässt sie auch gern mal mit sich feilschen. Nur schade, dass man alle Gegenstände einzeln erstehen muss, was auf Dauer recht mühselig ist.









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