Armed Assault 2 - Special
Ein Traum für Militär-Freaks
Kommen wir noch mal zur erschlagenden Größe zurück: Was haltet ihr von einer 225 km² großen, auf Satelliten-Aufnahmen basierenden Spielwelt? Von mehr als 50 über das komplette Areal verteilten Städten und Dörfern? Vom einem Straßennetz, das satte 326 Kilometer umfasst und mit 1883 Schildern bestückt ist? Von Charakteren, die aus 10.000 oder Autos, die aus bis zu 20.000 Polygonen bestehen? Von mehr als 40 verschiedenen Waffen, allesamt natürlich bis in die letzte Kerbe ihren realen Vorbildern nachempfunden? Dann wären sich da noch 136 unterschiedliche Fahrzeuge, ein unschlagbar cooles Fahrrad, acht Boot-Typen, rund 700.000 Bäume, 150.000 Büsche, 213 Charaktermodelle, Mehrspieler-Modi für bis zu 32 Spieler. Und und und ...
Mit diesen beeindruckenden Zahlen bombardiert man uns, als wir Platz nehmen. Das muss man erst mal verdauen, schließlich ist das hier kein seichter Ballerzirkus, sondern eine Hardcore-Militärsimulation, wie die Entwickler immer wieder stolz betonen. Schon in der ersten Präsentation fällt auf, wie eifrig sie am technischen Gerüst geschraubt haben: Auf potenter Hardware werdet ihr mit einer eindrucksvollen Sichtweite belohnt, die selbst kilometerweit entfernte Wälder und Gebäude darstellt. Dafür mussten wir in der Vorab-Version noch mit allerhand ins Bild schleichenden Popups und plötzlich auftauchenden Grasbüscheln leben, die laut Entwickler zum Release und vor allem auf starken Rechnern Geschichte sein sollen.
Schön ist, wie homogen sich Hügel und Wälder, Straßen und kleine Siedlungen zu einem landschaftlichen Ganzen zusammenfügen. Hier sitzt jeder Stein dort, wo er hin soll. Schön ist auch der Tag-Nacht-Wechsel, der die Spielwelt vom abendlichen Rot in einen nächtlichen Schleier taucht. Wichtig ist bloß, dass Bohemia dieses Niveau überall in der Spielwelt halten kann. Der Abschnitt, den wir selbst ausprobieren durften, wirkte trotz kleinerer Grafikfehler und einiger Texturschwächen jedenfalls schon sehr einladend und machte Lust, durch diese mal lauschige, mal ungemütliche Wildnis zu schleichen und rennen. Oder krabbeln. Hoffentlich glänzen die restlichen Fleckchen mit einer genauso schönen landschaftlichen Komposition, wenn das Spiel im Frühjahr 2009 erscheint.
Neben dem ansehnlich animierten, sehr dicht wuchernden Grün, das im Wind wiegt, hat das Team auch an anderen Stellen geschraubt, um ein gelungenes Mittendrin-Gefühl zu entfachen: Die Kamera bewegt sich beim Rennen auf Schritt und Tritt, entfaltet damit eine gewisse Dynamik, wie man sie etwa aus Army of Two oder Gears of War kennt. Und es gibt Zwischensequenzen, mit denen euch Bohemia ins Geschehen ziehen will. Wie in Call of Duty 5 erleben wir die Szenen aus der Ego-Ansicht, blicken auf unsere gefesselten Kameraden, die ängstlich in einer Hütte hocken. Und die Gegner, die sich bereit machen, einen Schlussstrich zu ziehen. Einen tödlichen, versteht sich. Gerade in dem Moment, als unser Team dem Jenseits schon fast ins Auge blickt, passiert etwas. Was genau, wird nicht verraten. Sicher ist nur: Noch mal Glück gehabt, jetzt hilft nur der bleihaltige Weg nach vorn. Und wer den wählt, sollte gut vorbereitet sein. Denn wie es sich für einen auf Realismus getrimmten Militär-Shooter gehört, kann bereits ein falscher Schritt oder Treffer zum Tod führen. Wohl dem, der sich mit menschlichen und vor allem clever agierenden Mitspielern in die kooperativ bestreitbare Kampagne stürzt.
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Kull
20.12.2008, 00:40 Uhr
Aber daß sie endlich mal die künstliche Intelligenz, die Benutzerfreundlichkeit des Befehlsmenüs oder den Umfang der Missionen verbessern, ist alles andere als sicher.