Alan Wake - Special
The A.Wake-ning
Alans Frau wird gekidnappt und er aufgefordert, niemandem etwas darüber zu sagen; sonst würde es ihr schlecht ergehen. Also kein FBI, kein Militär, keinen Wachtmeister, Dorf-Mountie - nicht einmal ein ambitioniertes Streifenhörnchen aus der Rettungstruppe sollte der Frau-beraubten Trübsal-Bläser zu Rate ziehen, wenn er nicht bald Witwer sein wollte. Er beschließt also auf eigene Faust, gegen die Unbekannten anzutreten, ohne zu wissen, was ihn auf seiner Suche erwartet.
Wir starten mit diesem Vorwissen ins Spiel und sprechen mit unserem Freund Barry, der unter die Kategorie Mensch zählt, die man als etwas eigen bezeichnen könnte. Er ist ängstlich – vielleicht sogar ein bisschen panisch, auf so ziemlich alles allergisch und ein bisschen nerdig veranlagt. Oder kurz gefasst: ein Schisser. Als wir zum Beispiel spaßeshalber den Lichtkegel unserer Taschenlampe auf ihn richten, fängt er an zu nießen und zu schimpfen „Hey Alan, hör‘ auf damit *Hatschie*“. Noch ein bisschen sadistischer leben wir unsere Schadenfreude aus, als wir das Licht in unserer Blockhütte per Lichtschalter löschen und Barry regelrecht empört auf Alan einplärrt, dass er das Licht doch bitte wieder einschalten möge. Wir lassen es aus und verlassen die Blockhütte, um dem bevorstehenden Treiben die Hand zu reichen.
Draußen ist es ziemlich finster. Der Lampenschein der Laternen bestrahlt nur wenige Meter der kieseligen Wegfläche und flackert dazu wie es in einem Horror-Szenario zum guten Ton gehört: in Slow-Motion-Stroboskop-Manier. Die Taschenlampe wirft seinen Kegel weit voraus und ermöglicht uns die Umgebung so gut zu sehen, dass wir die Schönheit der nahgelegenen Nachbarhütten nicht bloß erahnen müssen. Es liegt ein naturtrüber Schleier aus Nebel in der Luft, ohne die Sicht zu behindern. Vielmehr sorgt er für die Prise mehr Atmosphäre, die mit der beängstigend angehauchten Musik ihre volle Wirkung erzielt: Man versucht unweigerlich das Unerwartete zu erwarten.
So überrascht es kaum, als wir sprintend zur Quelle der plötzlich in der Ferne ertönenden Schreie eilen, dass ein Baum umfällt und ein fahrerloses Auto langsam vor uns ausrollt. Eine Blutspur führt uns zum schmerzerfüllt rufenden Polizisten, der gar nicht so recht weiß, was mit ihm geschah. Für eine ausgiebige Unterhaltung bei Tee reicht die Zeit aber nicht mal im Ansatz, weil auch schon das nächste Ereignis in Form eines wandelnden Schattens durch die Tür stapft. Dieses Wesen bildet eine menschlich wabernde Silhouette und lässt sich von den auf ihn abgefeuerten Projektilen nicht beeindrucken. Als wir unsere Funzel auf dieses Ding richten, scheint es das weniger, als die metallenen Geschosse zu mögen. Vielleicht platzt er aber nur vor Freude und kann es einfach nicht sonderlich gut zeigen.
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25.08.2009, 11:04 Uhr Abwarten ...