Die Ensemble Studios haben das Kriegsbeil ausgegraben, doch überzeugen die Neuerungen im Add-On?
Lange erwartet und endlich erschienen, die Rede ist vom ersten Add-On zu Age of Empires 3 mit dem klingen Namen War Chiefs. In der Erweiterung ermöglichen die Entwickler der Ensemble Studios dem Spieler erstmals die Kontrolle über drei Indianerstämme auf dem Nordamerikanischen Kontinent zu übernehmen. Zusätzlich sind auch die bekannten Völker aus der Vollversion weiterhin spielbar, die allerdings nur wenig verändert wurden. Im Add-On kommt es also zum Kampf zwischen den Kulturen, der in der Vollversion umgangen wurde. Die Ureinwohner stellen sich den Neuankömmlingen aus Europa, doch die Geschichte wird nicht umgeschrieben, denn das Ende ist unausweichlich: Die Europäer werden den Kontinent überrennen und die Indianer haben keine Chance ihre Heimat zu retten.
Neu erfunden wurde das Rad nicht, dennoch mach Age of Empires 3: War Chiefs mit einigen Neuerungen eine Menge Spaß.
Die Kampagne mit rund 15 packenden Missionen erzählt dabei die Geschichte der Black-Familie in zwei Strängen weiter, die sich mit den Indianerstämmen der Sioux und Irokesen kreuzt. Allerdings bleiben die Azteken außen vor, da diese lediglich im Mehrspielermodus gespielt werden dürfen. Für Einsteiger, die bereits Erfahrungen mit der Vollversion gesammelt haben, ist der Einstieg mit den Irokesen zu empfehlen, wenn möglichst wenig neu erlernt werden will, um zunächst ein Gespür für das Add-On zu bekommen. Die Irokesen sind den europäischen Völkern sehr ähnlich und dies vor allem bei den Einheiten und im Häuserbau. Im Spielgefühl muss sich demnach kaum umgewöhnt werden. Gänzlich anders verhält sich dies mit den Sioux, ein Volk ohne feste Bleibe. Der Volksstamm kämpft vor allem mit Kavallerie, was in den Auseinandersetzungen schwieriger werden kann, ist beim vorherigen Planen und Taktieren einfacher, da die Strukturen der Sioux sehr einfach gehalten wurden. Die Azteken bilden wieder eine eigene Art der Spielweise, die noch einen Tick schwieriger zu erlernen ist, da sie sich vor allem auf Infanterie stützen. Dies stellt den Spieler auch dadurch, dass das Volk lediglich im Mehrspielermodus genutzt werden kann, vor eine Herausforderung.
Im Groben beruhen die Veränderungen unter den drei Völkern also auf dem Kampfsystem, eine große Umgewöhnung an ein neues Spielprinzip wird nur bedingt vorausgesetzt. Dies kann Fluch und Segen zugleich sein, denn auf der einen Seite kann sich schnell an das Spiel gewöhnt werden, auf der anderen Seite bleibt die Herausforderung ein wenig im Hintergrund. Erfrischend wirkt da schon die neue Einheit des "WarChief" bei den Ureinwohnern, die auch Namensgeber für das Add-On war. Durch den WarChief erhalten Einheiten in dieser Nähe der Figur einen größeren Kampfeswillen, wie es ähnlich in WarCraft mit dem Helden vollzogen wurde. Spielerisch ist die Bedeutung des WarChief unterschiedlich. Während beim Einstieg vor allem die wenigen ersten Einheiten mehr Feuerkraft erhalten, werden später bestimmte Gruppen von Einheiten gestärkt. Eine gute Möglichkeit, um zu taktieren, denn der WarChief kann zum entscheidenden Zünglein an der Waage werden.
Das stählerne Ross ist nur ein Feind der ursprünglichen Stämme in Nord-Amerika gewesen. Die Kampagnen überzeugen mit einer passenden Story, aber verlieren Punkte durch wenig Abwechslung.
Eine geringere Rolle nimmt ein spezielles Gebäude der Ureinwohner ein. Mit der Feuerstelle können neue Einheiten rekrutiert oder geheilt werden, oder die Bevölkerung erhält Zuwachs. Die Auswirkung auf das Spiel bleibt dabei allerdings so minimal, dass es besser ist im herkömmlichen Verfahren die Arbeiter einzusetzen. Das Gegenstück der Europäer ist der Saloon, hier können neue Einheiten mit Gold angeworben werden. Hier ist die Bedeutung im Spiel schon mehr gegeben, da auch Einheiten hervorgebracht werden können, die es nur über den Saloon gibt. Besonders makaber sind Selbstmordattentäter, um es modern auszudrücken. Durch diese Einheiten können die gegnerischen Befestigungsanlagen schnell und effektiv beschädigt werden, was zu einer Hektik beim Wiederaufbau und Verteidigen führen kann.
Trayzard
03.11.2006, 19:51 Uhr