Activision - Special
Gamescom Knöpfchen-Gitarristen
Selten konnte man einen so aggressiv vorpreschenden Spielhersteller sehen wie Neversoft in diesem Jahr. Gleichzeitig gibt es wohl keine andere Firma, die sich derart schamlos bei der Konkurrenz bedient. Klingt widersprüchlich? Ist es aber nicht! Viel mehr kommt beides zusammen, in dem sich Neversoft eine besonders dicke Scheibe bei „Rock Band 2“ abgeschnitten hat, um das eigene Produkt zu verbessern. Und so vollzieht die mittlerweile neunte Auskopplung mit dem einfachen Namen Guitar Hero 5 einen gewaltigen Schritt weiter in Richtung Social Gaming.
Den Anfang macht die Tatsache, dass man nun endlich ausgeschiedene Bandmitglieder zurückholen kann. Vergeigt ein Spieler eurer Band den Auftritt, so darf der Rest versuchen, besonders gut zu spielen, um den verlorenen Kollegen zurück auf die Bühne zu bringen. Diese Maßnahme war dringend notwendig, da der plötzliche Abbruch einer Darbietung ein echter Party-Killer in Guitar Hero World Tour war und von vielen Spielern heftig kritisiert wurde. Ob diese Methode nun besser ist, als das Aktivieren der „Starpower“ bei Rock Band, ist Geschmackssache. Nüchtern betrachtet ist der Unterscheid aber sehr gering, da man zum Sammeln von Star Power schließlich auch eine Zeit lang korrekt spielen muss.
Gehüpft wie gesprungen, könnte man sagen, und das gilt für unheimlich viele vermeintlich neue Features bei GH 5. Beispielsweise der Indikator für den Schwierigkeitsgrad, den jedes einzelne Instrument in einem Song birgt, oder die implementierten Herausforderungen, die euch zu lösende Aufgaben vorsetzen. Im mittlerweile ein Jahr alten Rock Band 2 heißt dieses Feature „Challenges“ und ist nicht ganz so fein ausgearbeitet, aber wo die Idee herkommt, ist völlig offensichtlich. Nun ja, immerhin hat Neversoft das Prinzip weitergesponnen und verlangt euch für jeden Titel songspezifische Leistungen ab. So sollt ihr zum Beispiel in David Bowies „Fame“ jede Zeile des repetitiven Outros perfekt singen. Je nach dem wie gut ihr das schafft, bekommt ihr dafür eine von drei Auszeichnungen. Eine schöne Idee, allerdings wird Guitar Hero 5 nicht als einziges Spiel damit aufwarten können, denn ein ähnliches Feature findet man auch in „The Beatles: Rock Band“.
Das einzige echte und zugleich wertvollste Novum in Neversofts neuester Bandspiel-Auskopplung ist die Möglichkeit, jederzeit in das Spiel ein- oder aussteigen zu können. Per Druck auf den Start-Button kann jeder Teilnehmer sein Instrument anmelden, den Schwierigkeitsgrad aussuchen und mitmachen - und das mitten im Song. Habt ihr hingegen keine Lust mehr, so meldet ihr euch auf dieselbe Weise wieder ab. Party-Gamer wird es freuen.
Mit vier Spielern wird es furchtbar fuzzelig auf dem Bildschirm. Kaum auszudenken, wie das auf einem Röhrenfernseher aussieht.
Und auch die freie Instrumentenbesetzung schmeckt irgendwie schal. Ein guter Vergleich wäre ein Kinderkarussell, bei dem jedes Fahrzeug vier Lenkräder besitzt, damit alle Blagen am Steuer sitzen können. Klar kann man damit pampige Gäste befriedigen, die keine Lust auf den Bass haben, aber mit einer Band hat das keinerlei Gemeinsamkeit mehr. Alle Gitarristen, Drummer und Bassisten spielen nämlich genau das Gleiche. Es gibt natürlich echte Bands mit mehreren Drummern, Gitarristen und so weiter, aber bei denen spielt jedes Mitglied etwas anderes, um den Klang des Liedes zu ergänzen.
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karaokefreak
28.08.2009, 17:11 Uhr
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28.08.2009, 17:09 Uhr