Ich habe heute mein Hotel für die GC gebucht. Wohlgemerkt, für die GC 2009. Denn noch wissen die Hoteliers in Köln nicht, dass da eine Riesenmesse auf sie zukommt. Darum bekomme ich das 4-Sterne-Hotel für 95 Euro pro Nacht - für die diesjährige Absteige bei Wasser und Brot zur GC 2008 zahle ich 87 Euro. Doch so wie sich in Leipzig die Hotelpreise während der GamesConvention seit 2002 verdoppelt haben, dürften sie sich in Köln in zwei Jahren verdreifachen. Hoffentlich nicht für die Privatleute, aber bestimmt für Schreiberlinge wie mich, die auf ein Mittdreißiger-kompatibles Bett, einen robusten WLAN-Zugang und ein ausführliches Frühstück Wert legen.
Zufälligerweise bin ich 1999 bei der "historischen" VUD-Sitzung dabei gewesen, als der Leipziger Oberbürgermeister und andere Würdenträger im neuen Leipziger Messegelände die deutsche Spielebranche umgarnten, doch bitte ihre Branchenmesse dort abzuhalten. Bei GameStar haben wir uns bereits bei der Premiere 2002 für die GC und gegen die altehrwürdige ECTS in London entschieden. Mir hat es drittens immer einen Riesenspaß gemacht, den Trubel in Leipzig mitzumachen, Leser zu treffen, dann wieder wenige Meter weiter im Business Center mit Branchenvertretern zu sprechen.
Aber weinen muss ich ob der Entscheidung durch den BIU (oops, fast hätte ich "durch EA" geschrieben) für Köln nicht: Das Einzugsgebiet ist ungleich größer, dadurch haben viel mehr Spieler die reelle Chance,
die Messe zu besuchen. Auch die internationale Anbindung ist bedeutend besser, sodass ausländische Spiele-Firmen noch stärker teilnehmen dürften. Weinen muss ich eigentlich nur über den neuen Namen: Messen heißen auf Englisch Shows, Conventions oder (Fan-) Cons, aber doch nicht "Com"! Die Verantwortlichen wollten halt verzweifelt das Kürzel retten; "Games Convention" gehört weiterhin der Messe Leipzig.
Spiele des Monats: Civ Revolution, DoW: Soulstorm
Anfang März konnte ich Civilization: Revolution probespielen, auf der Xbox 360. Zum ersten Mal glaube ich daran, dasss Civi auf Konsole kein "Civi Light" wird, sondern ein vollwertiges, spannendes Strategiespiel. Feinschliff ist aber noch vonnöten: In einer Partie nahm ich einem Take-2-Herrscher nach wenigen Runden durch ein Zufallsereignis eine seiner beiden Städte ab, sodass ich drei hatte - Partie gelaufen. Vor allem freue ich mich auf die DS-Version, die zwar weit weniger schön aussehen wird, spielerisch aber identisch sein soll.
An fertigen Spielen habe ich neben dem schon "älteren" Final Fantasy XII im März eigentlich nur Dawn of War: Soulstorm gespielt. Wer es nicht weiß: Das ist bereits Addon Nr. 3 zum Ende 2004 erschienenen RTS. Soulstorm bringt die Völkerzahl auf 9, erweitert den "Welteroberungsmodus", läuft ohne Hauptprogramm und ist auch online klasse spielbar: Wenn nur ein Spieler Soulstorm besitzt, dürfen die anderen
gegen die neuen Völker spielen, selbst wenn sie nur das Hauptprogramm besitzen. Nur selber steuern lassen sich immer nur die Parteien, die man selbst besitzt. Aber schwer ist Soulstorm, meine Güte! Tipp für Sparfüchse: Addon Nr. 2 (Dark Crusade) ist ebenfalls "stand alone", hat auch die Risiko-Welteroberung und kostet im Handel nur 10 Euro.
Erlebnis des Monats: Herr der Ringe live
Diese letzten Zeilen seien mir trotz maximal indirekten Spielebezugs gestattet: In der Münchner Philharmonie wurde in den letzten beiden Tagen der Film Herr der Ringe: Die Gefährten vorgeführt, und zwar nur mit Bild-, Sprach- und Soundspur. Die Musik aber kam live von einem insgesamt 250köpfigen Orchester (davon rund 190 in mehreren Chören). Ein richtig erhebendes Erlebnis! Stellt euch exakt die Musik aus dem Kino oder von der DVD vor - aber eben live, mit einzeln heraushörbaren und ortbaren Instrumenten, echten Sängern (meist auf Elbisch), echten Hörnern, echtem Hackbrett. Und mit der Dynamik des immer wieder aufstehenden Chors, des herumfuchtelnden Dirigenten, der zum Crescendo ansetzenden Streicher. Beim Ausritt der Neun aus Minas Morgul lief mir zum ersten Mal ein wohliger Schauer über den Rücken. Empfehlenswert!
Viel Spaß beim Spielen,
---Jörg
(joerg@joergspielt.de)
12.04.2008 - 14:14 Uhr JoeLanger
ich, ein bisschen größer war zuletzt als die GC). Die
Verschiebung auf September ist natürlich für weit
entfernt wohnende Spieler ein echtes Problem.
Gleichzeitig dürften mehr Leute aus der Umgebung nur
für einen Tag kommen, was unterm Strich den
Veranstaltern mehr "Einzelkontakte" bringt. Naja, ich
persönlich habe ja eh keine Wahl...
05.04.2008 - 00:08 Uhr Cyric
Leute ansprechen wird können, das wird sich noch
zeigen. Tokyo Games-Show hat ein Einzugsgebiet von mehr
als 36 Millionen Personen und hat auch nicht mehr
Besucher als die GC in Leipzig.
Was mit noch übel aufstößt ist die Verschiebung des
Termins auf September, wo alle Schüler dann wieder in
die Schule müssen. Wer soll dann eigentlich noch unter
der Woche die Messe besuchen? Am Wochende dafür werden
sich noch mehr Menschen zwischen den Ständen quetschen.
Dass die Vorgängermesse der GC damals in Köln
stattgefunden hat und geloppt ist sollte man auch
erwähnen. *g*
04.04.2008 - 15:02 Uhr Gnoos
verkauf dir meinen 4gb-usb-stick für 200€ - Interesse?
:p
03.04.2008 - 00:02 Uhr JoeLanger
Sid Meier getroffen. Das damals von ihm handsignierte
Colonization steht immer noch bei mir im Schrank :-)
Und ich habe mal auf einer Amigamesse für 800 Mark oder
so (korrigiert mich, wenn ich erinnerungstechnisch
völlig daneben liege) eine 20-MB-Amiga-Festplatte
gekauft. Groß wie ein Schuhkarton und 20 MB drin. Also
1% von typischen aktuellen USB-Sticks... Und damit war
ich der Held der Nachbarschaft, bin erst neulich von
einem alten Freund wieder drauf angesprochen worden,
also auf die Festplatte.
02.04.2008 - 17:41 Uhr Belion
wechselt.
Immerhin hat da früher auch die Amiga Messe
stattgefunden.
Dort waren dann auch Größen wie Peter Molyneux
anwesend.
Man waren das noch Zeiten.