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OnlineWelten Kolumne9 ![]() Zu viel MMOG
Bereits das Jahr 2006 war - trotz oder gerade wegen des Sommermärchens - für alle MMOG-Fans eher mager. Die großen Titel wie Herr der Ringe Online, Vanguard: Saga of Heroes, Age of Conan oder The Chronicles of Spellborn wurden verschoben. Andere Titel lieferten wenig Innovatives. Immerhin, zwei der genannten Titel wurden in diesem Jahr veröffentlicht, mit wohlgemerkt durchaus unterschiedlichem Erfolg. Vanguard floppte bereits vor Release und HdRO hat zwar eine treue Fangemeinde errungen, der ganz große Wurf blieb allerdings aus und das trotz der meines Erachtens nach stärksten Lizenz auf dem MMOG-Markt - sehen wir von einer Harry Potter MMOG-Variante mal ab ;-)
Auch die World of Warcraft Community ist längst mit ihrem Premiumprodukt unzufrieden. Beinahe stündlich werden neue Threads in den offiziellen Foren eröffnet, welche das Spielprinzip hinter WoW massiv kritisieren. Stetig grindet der Warcraftler die Instanzen, bis er all seine heiß begehrten Ausrüstungsgegenstände beieinander hat, nur um danach eine weitere Instanz anzugehen, die neue Waffen und Rüstungen liefert. Und dennoch findet minütlich ein neuer Spieler den Zugang zu Azeroth und lässt sich von dem Machtgefüge Allianz vs. Horde fesseln und begeistern. Warum? Mehr dazu später... "WoW nicht mehr das Non-Plus-Ultra"Ferner wurde der Markt mit einer Vielzahl von kostenlosen MMOGs - die Gewinngier oftmals unter dem Schleiermantel des "Free to Play" verborgen - geflutet. Zumindest für den Autoren nur ein kurzweiliges Vergnügen, denn zumeist wird noch im Tutorial klar, dass auch hier ein schneller Euro mit ewig gleichen Inhalten verdient werden soll. Warum? Mehr dazu später... Und nun schaue ich auf meinen Desktop, entdecke ein gutes Dutzend Verknüpfungen zu verschiedenen MMOGs und frage mich: Was fasziniert mich eigentlich noch an jenen Produkten bzw. welche Dinge sind es, die mich langweilen? Eine weitere Quest abzuschließen ist sicherlich längst nicht mehr so spannend, wie es zu Beginn meiner MMOG-Karriere einmal war. Einen Spot zu belagern und auf ewig die gleichen Bestien zu Fall zu bringen...langweilig. Je mehr ich über dieses Thema nachdenke, desto schwerer wird es, gute Gründe zu finden, die mich zum Start eines der vorhandenen MMOG-Titel bewegen. Zwar ist der Hype um kommende Titel wie Age of Conan und Warhammer Online gewaltig, für eine Revolution des MMOG-Genres sind aber beide Titel nicht ausgelegt. Vielmehr - die Fans mögen mir verzeihen - erwartet uns ein World of Warcraft-Clon im neuen Gewand. Sicherlich Age of Conan ist blutiger und actionlastiger, natürlich wird WAR weitaus mehr den Focus auf den Kampf Spieler vs. Spieler bzw. Realm vs. Realm legen, dennoch bleibt nicht nur das Grundgerüst identisch: Rassen, Klassen, Equipment, Fertigkeiten, Talentbäume, Quests etc. Hoffnung hatte ich noch in die Umsetzung von Tabula Rasa gesetzt - schließlich versprach Lord British die Revolution - doch auch hier erfindet man das Genre nicht neu und zurück bleibt nach dem ersten Test eher eine unbefriedigte Leere.
Ultima Online machte Spaß, Dark Age of Camelot machte Spaß, Star Wars Galaxies machte Spaß, ja selbst World of Warcraft machte Spaß - aber entweder habe ich bereits zu viele MMOGs gespielt und gesehen, was dieses Genre zu bieten hat oder weitere Neuerungen bleiben einfach aus. Die Urgesteine des Genres werden mir sicherlich beipflichten, dass erste MMOG ist und bleibt das Beste - zumindest im Rückblick. Bei mir also Dark Age of Camelot: Unvergessene Abende im kleinen Kreis oder mit der neu gegründeten Gilde. Die überschäumende Freude, wenn man einen neuen Gegenstand erhalten hat oder eine kniffelige oder langatmige Questreihe abgeschlossen hat. Der Adrenalinrausch, wenn man Spieler des feindlichen Reiches bezwingen konnte. Aber im Laufe der Jahre und mit immer wieder neuen Titeln hat auch diese Freude nachgelassen. Ich fasse zusammen:
nutzen.
Warum die MMOG-Szene dennoch einen Hype erlebt und die Verkaufs- und Spielerzahlen weiter steigen und steigen? Auch wenn es auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, World of Warcraft ist gerade deshalb ein so großer Erfolg, da die Zielgruppe nicht der alte MMOG-Haudegen ist, der bereits hunderte von Instanzen in anderen MMOGs gemeistert hat, sondern der Neueinsteiger, der vollkommen unbefangen die Welt Azeroth aufsucht. Daher wächst die Kritik an Blizzards Produkt in den letzten Monaten auch so massiv an, da all jene Neueinsteiger der ersten Stunden nach nahezu drei Jahren nun eben nicht mehr zu den Neueinsteigern zählen und nach neuen Herausforderungen lechzen. Leider sind Änderungen kaum in Sicht für alle, die unter dem Syndrom der "Überspielung" leiden. Postings und Kritiken werden mit großer Wahrscheinlichkeit von den Entwicklern bzw. den Community Managern gelesen - so hoffen wir doch - und gegebenenfalls weitergeleitet, dennoch werden Änderungen kaum erfolgen, denn der Entwickler weiß: Du hast zu viel gespielt! "Hoffnungen auf innovative MMOGs in weiter Ferne"Abschließend möchte ich meine Hoffnung formulieren, welche ich in die weitere Entwicklung neuer Produkte setze. Der Zufluss an neuen Spielern, die sich an den Grundelementen eines MMOGs begeistern, z.B. Leveln, Questen und gemeinsam Abenteuer erleben, wird in den kommenden Monaten und Jahren deutlich abnehmen. Daher werden es Schnellbrüter, wie sie der "Free to Play"-Markt oftmals bietet, mittelfristig sehr schwer haben, überhaupt noch neue Spieler zu finden. Ebenso wird auch der hundertste WoW-Clon keinen kostendeckenden Erfolg mehr liefern. So bleibt für all jene MMOGler, die ich leichthin als "überspielt" bezeichnet habe die Hoffnung, dass eine neue Generation von MMOGs doch unmittelbar bevorsteht - Warhammer, Tabula Rasa und Age of Conan werden es wohl nicht sein. Auch kommerziell wird es wohl keinen Titel mehr geben, welcher ähnliche Erfolge liefert, wie es Blizzard mit World of Warcraft geschafft hat. Ich glaube vielmehr an eine Spezialisierung, an eine Vielzahl an Nischen-MMOGs, die weitaus kleinere Interessengemeinschaften ansprechen. Seiten: 1
KommentareUm Kommentare zu schreiben, musst du dich zuerst anmelden. |
16.11.2007 - 20:08 Uhr Tauberius
leider...
*seufts*
16.11.2007 - 13:32 Uhr Disturbing
Ansonsten hat die damalige innovation von shadowbane
nicht gezogen und sich in andere games übertragen... .
Naja was solls, werde wohl das ein oder andere wieder
zocken, wenn es gefaellt und der lvevel grind gering
ausfaellt.
16.11.2007 - 10:49 Uhr Ingramm
hast!
Aber es wäre denke ich schon mal ein entscheidender
Schritt vom mittlerweilse übersättigten Fantasy
Bereich, einmal in den Sci-Fi bereich zu wechseln...
aus Warhammer Online hätte genausogut ein Warhammer 40k
Online werden können, oder aus einem Age of Conan ein
AO 2, das wäre schon mal etwas abwechslung die das
ganze Genre wieder etwas interessanter und
abwechslungsreicher machen würde.
16.11.2007 - 10:17 Uhr Neo2k
MMOGs ...das einzige was ich ab und zu zocke ist Drift
City.
Ansonsten suche ich wieder im Single Player Bereich
nach neuen Spielen und grab wieder paar alte spiele aus
:)
16.11.2007 - 10:15 Uhr Neo2k
Author.
Ich habe damals mit Matrix Online angefangen und das
ist eigentlich schon ein sehr innovatives Spiel gewesen
. Kein Fantasy oder Sci-Fi MMOG.
Es gibt leider wenige innovative Spiele ..und die guten
innovative Spiele sind in deutschland oder USA gar
nicht erhältlich.
Ich rede vom Koreanischen Raum und möchte direkt ein
paar Beispiele nennen .
Noir Online - Ein Mafia MMOG , welches sich durch
straßen schlachten , gangs etc. auszeichnet...eine Welt
die in der Gegenwart spielt .
RayCity - Eine Art Need For Speed Underground / Most
Wanted / Carbon MMOG .
Ich finde das eh komisch : im singleplayer spiel
bereich gibt es millionen unterschiedlicher spiele ,
mit unterschiedlichen ideen..aber im mmog bereich
kommen hauptsächlich nur Fantasy und Sci-Fi zum
einsatz.
Und die paar anderen MMOGs haben meist ne beschissene
umsetzung.